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| 14.03.2018

Einsatz bei Dengue-Fieber-Ausbruch in Sri Lanka

Wie stark ist der Dengue-Virus-Ausbruch in Sri Lanka? Was ist das Dengue-Fieber?
Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) überträgt das Dengue-Virus

In Sri Lanka grassiert seit einigen Jahren das Dengue-Fieber mit hohen Fallzahlen. Allein im Jahr 2017 wurden mehr als 180.000 Fälle gemeldet und auch in den ersten Monaten dieses Jahres ist kein Rückgang des Ausbruchs zu erkennen. 

Das Dengue-Fieber ist eine durch Viren hervorgerufene Infektionskrankheit. Dengue-Viren werden von Stechmücken übertragen. Ausbrüche sind in tropischen Regionen häufig, vor allem während der Regenzeiten, in denen sich die Stechmückenlarven optimal entwickeln können. Nach einer Inkubationszeit von 4 bis 10 Tagen entwickeln infizierte Personen Fieber, das von starken Knochen- und Gelenkschmerzen begleitet wird. In einzelnen Fällen können schwere Verläufe mit Blutungsneigung auftreten (Hämorrhagien). Es gibt insgesamt vier verschiedene Dengue-Virus-Typen (Serotypen). In Sri Lanka zirkulieren alle vier Serotypen (DENV-1 –DENV-4). Daher kann es in kurzen Abständen zu wiederholten Dengue-Fieber-Erkrankungen und gehäuft zu schweren Verläufen kommen.

SEEG-Einsatz zu Dengue-Diagnostik mit BNITM-Beteiligung
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Schulungen in modernen, molekularen Diagnostikmethoden unter Einhaltung hoher Sicherheitsstandards (z.B. S3-Bedingungen in der Handschuhbox) durch SEEG-Fachleute, wie Dr. Anna Heitmann vom BNITM (links) und Beate Becker-Ziaja vom RKI (rechts) © RKI / Andreas Nitsche

Im Februar organisierte das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Einsatz der "Schnell einsetzbaren Expertengruppe Gesundheit (SEEG)“, nach Colombo, der Hauptstadt von Sri Lanka, um Behörden vor Ort zu beraten und bei der Kontrolle des Dengue-Ausbruchs zu unterstützen. Unter den entsandten Expertinnen war auch Dr. Anna Heitmann, eine Mitarbeiterin des BNITM. Ihre Aufgabe war es, unter Einhaltung hoher Sicherheitsstandards (S3-Bedingungen), medizinisches Personal des North Colombo Teaching Hospital und der Universität Colombo in modernen, molekularen Diagnostikmethoden zu schulen. Diese ermöglichen eine frühe Diagnose einschließlich einer Bestimmung der verschiedenen Dengue-Serotypen sowie eine sichere Abgrenzung von anderen in Sri Lanka vorkommenden Infektionen.

Dr. Anna Heitmann beurteilt den Einsatz als äußerst effektiv und sinnvoll: „Das medizinische Personal vor Ort war sehr motiviert und freut sich, die neuen Methoden landesweit einzusetzen“.

Mithilfe der SEEG konnten an der Universität Colombo drei neue Laboratorien für molekular-gestützte Diagnostik eingerichtet werden. Weitere Laboratorien am North Colombo Teaching Hospital befinden sich in der Planung.

 

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Diagnostik-Team in Colombo, Sri Lanka, nach den Schulungen durch Fachleute von RKI, GIZ und BNITM © RKI / Andreas Nitsche
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SEEG
Als Schlussfolgerung aus der Ebola-Krise in Westafrika hat das Bundesentwicklungsministerium gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium die "Schnell einsetzbare Expertengruppe Gesundheit (SEEG)" ins Leben gerufen, die jetzt auch in Nigeria im Einsatz ist. Die SEEG hilft Partnerländern bei der Vorbereitung und Reaktion auf Ausbrüche von Infektionskrankheiten. Auf Anforderung betroffener Länder stellt die SEEG kurzfristig Teams aus einschlägigen Expertinnen und Experten aus Medizin und Forschung zusammen, die vor Ort die lokalen Behörden beraten. Die SEEG unterstützt beispielsweise bei der Diagnostik von Krankheiten, berät zu geeigneten Behandlungsmethoden und Möglichkeiten, Kranke zu isolieren und Gesunde vor einer Infektion zu schützen. Die "Schnell einsetzbare Expertengruppe Gesundheit" ist eine Kooperation des 
Robert-Koch-Instituts (RKI), des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).