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Allgemeine Information

| 09.02.2016

Empfehlungen zur Diagnostik der Zika Virus-Infektion

Jeder, der erkrankt von einer Tropenreise zurückkehrt, sollte sich, insbesondere wenn Fieber vorliegt, tropenmedizinisch untersuchen lassen. Vor allem sollte zunächst eine Malaria ausgeschlossen werden, die sehr gefährlich sein kann.

Eine Infektion mit dem Zika-Virus verläuft in der großen Mehrzahl der Fälle milde. Vorerkrankungen könnten ein Risiko für einen schwereren Verlauf darstellen. Allerdings wurden gleichzeitig mit der jüngsten Epidemie in Lateinamerika häufiger als zuvor Schäden an ungeborenen Kindern (Mikrozephalie) und bei Erwachsenen das seltene Guillian-Barré-Syndrom beobachtet, das auch bei vielen anderen Infektionskrankheiten auftreten kann.

Symptome, die auf das Zika-Fieber hindeuten, aber auch bei anderen Infektionserkrankungen vorkommen, sind Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Hautausschlag und eine nicht-eitrige Bindehautentzündung des Auges. Die Erkrankung dauert meist 3 – 7 Tage und heilt in der Regel von allein aus. Die Zika Virus-Infektion kann auch nur mit wenigen der oben geschilderten Symptome oder ganz ohne Symptome verlaufen.

Bitte beachten Sie auch die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V..

Für wen ist eine Laboruntersuchung auf eine Zika Virus-Infektion sinnvoll?

Diagnostisches Vorgehen bei Patienten MIT Symptomen:

Alle Patienten mit den oben genannten Symptomen, die sich innerhalb von 3 Wochen nach Rückkehr aus Epidemie- und Endemiegebieten entwickeln, können sich auf das Zika-Virus mittels Labortest untersuchen lassen.

Epidemiegebiete sind derzeit tropische Regionen Süd- und Mittelamerikas sowie die Karibik. Bitte beachten Sie, dass sich die geographische Verbreitung rasch ändern kann; aktuelle Informationen finden Sie auf den Websites von  von ecdc und WHO. Das Virus kommt zudem endemisch in Afrika, Südostasien und auch auf verschiedenen pazifischen Inseln vor.

Unsere Einsendescheine und Informationen zum Materialversand finden Sie hier

Die Blutentnahme sollte über den Haus- bzw. Frauenarzt oder eine tropenmedizinische Ambulanz erfolgen:

  • Sinnvoll ist bis zum 7. Tag nach Symptombeginn die PCR aus EDTA-Blut (1 Röhrchen) und zusätzlich Urin (mindestens 20 ml);
  • vom 8. – 27. Tag nach Symptombeginn Serologie aus Serumprobe (IgM- und IgG-Nachweis) sowie zusätzlich eine PCR aus Urin oder EDTA-Vollblut;
  • nach mehr als 28 Tagen nach Symptombeginn nur noch Serologie aus einer Serumprobe.

 

Diagnostisches Vorgehen bei Patienten OHNE Symptome (Schwangere und deren Geschlechtspartner):

Bei Rückkehr aus Epidemiegebieten ist bei fehlenden Symptomen eine serologische Untersuchung (IgM- und IgG-Nachweis aus Serum) nur dann sinnvoll, wenn es sich um aktuell schwangere Reiserückkehrerinnen und männliche Reiserückkehrer mit schwangerer Sexualpartnerin handelt.

Frauen, die sich nicht sicher sind, ob sie schwanger sein könnten, sollten einen Schwangerschaftstest durchführen. Bei der Einsendung diagnostischer Proben an unser Labor sollte unbedingt eine genaue Reiseanamnese (Reiseländer, Datum) sowie die Schwangerschaftswoche angegeben werden.

Alle anderen Reisenden, auch solche, die später einmal schwanger werden möchten, brauchen sich NICHT testen zu lassen. Im Falle eines positiven Testergebnisses bei einer Schwangeren würde das weitere Vorgehen mit dem behandelnden Frauenarzt zu diskutieren sein.

Empfehlungsschema zur Zika-Diagnostik
Vom Schema abweichend eingesendete Proben von Kassenpatienten werden als IGEL-Leistung (Selbstzahler) abgerechnet.