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Immunität

| 05.08.2016

Mehrere Mechanismen der Immunsuppression von Darmwürmern

Darmschleimhaut bei einer Wurminfektion unter dem Mikroskop.
Darmschleimhaut bei einer Wurminfektion unter dem Mikroskop. Quer angeschnitten sind Einstülpungen der Darmschleimhaut, die der Vergrößerung der Oberfläche zur wirksamen Resorption von Nahrung dienen. Dunkelrot gefärbt sind sogenannte Mastzellen, die helfen, Würmer durch Schleimproduktion und Peristaltik auszutreiben (Fotografie: Anja Kühl, Charité Berlin).

Einerseits hemmten sie direkt die zentralen Helferzellen der Infektionsabwehr (CD4-positive T-Lymphozyten), indem sie die Zahl von hemmenden Rezeptoren (BTLA) auf der Oberfläche der Helferzellen erhöhten. Andererseits bewirkten sie eine Vermehrung von sogenannten regulatorischen Zellen (Treg-Lymphozyten), die dafür bekannt sind, dass sie andere Abwehrzellen wie z.B. Helferzellen hemmen. Wurden entweder die hemmenden Rezeptoren auf Helferzellen oder die regulatorischen Zellen ausgeschaltet, wurden also unterschiedliche Elemente der Hemmung aufgehoben, wurde in Mäusen nach einer künstlichen Infektion eine deutlich geringere Zahl erwachsener Zwergfadenwürmer gefunden. Im Tiermodell spielte dabei der Botenstoff Interleukin 9 eine zentrale Rolle. Er regt bestimmte Abwehrzellen (sog. Mastzellen) in der Darmschleimhaut an, Schleimproduktion und Darmbewegungen zu steigern und so die Würmer auszutreiben.

 


Blankenhaus B. et al., PLoS Pathog 2014, 10:e1003913;
Breloer M. et al., J Immunol 2015, 194:1413-6

Birte Blankenhaus, Wiebke Hartmann, Marie-Luise Eschbach, Martina Reitz, Yannick Brenz, Irma Haben, Thomas Jacobs, Minka Breloer und externe Kooperationspartner (s. Publikationen)