Argentinien

Reisen & Impfung - Argentinien

Thema: Reisen & Impfung

Argentinien

Subtropisches bis tropisches Klima im Norden, Niederschläge im Sommer, gemäßigtes Klima in der Region von Buenos-Aires, Steppen-/Wüstenklima im Süden und in Zentralargentinien, im äußersten Süden subpolares Klima; Buenos-Aires 9,5° C im Juli (Winter), im Januar durchschnittlich 23° C (Sommer)

Impfvorschriften bei der Einreise

Bei unmittelbarer Einreise aus Europa bestehen keine Impfvorschriften. Bei Einreise aus Brasilien oder einem Aufenthalt in einem der unten aufgeführten Länder (Gelbfieber-Endemiegebiete) während der letzten 6 Tage vor der Einreise nach Argentinien kann bei der Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt werden.

Gelbfieber-Endemiegebiete sind:

Angola - Äquatorialguinea - Argentinien - Äthiopien - Benin - Bolivien - Brasilien - Burkina Faso - Burundi - Ecuador - Elfenbeinküste - Französisch Guayana - Gabun - Gambia - Ghana - Guinea - Guinea-Bissau - Guyana - Kamerun - Kenia - Kolumbien - Kongo, Rep. - Kongo, Dem. Rep. - Liberia - Mali - Mauretanien - Niger - Nigeria - Panama - Paraguay - Peru - Ruanda - Senegal - Sierra Leone - Sudan - Suriname - Togo - Trinidad & Tobago - Tschad - Uganda - Venezuela - Zentralafrikanische Republik

Empfohlener Impfschutz

Standardimpfungen entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO). Dazu zählen die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, außerdem ggf. Impfungen gegen Hepatitis A, saisonale Influenza.

Abhängig von Dauer und Art der Reise sowie besonderen Bedingungen während des Aufenthalts (enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, Übernachtungsmodalitäten, Berufs- und Freizeitaktivitäten etc.) kommen möglicherweise weitere Impfungen in Frage. Hier sind das aktuelle Infektionsrisiko in Argentinien, der Gesundheitszustand und besondere Vorerkrankungen des Reisenden sowie sein derzeitig bestehender Impfschutz von Bedeutung. Es ist zu empfehlen, individuell den Rat eines reisemedizinisch ausgewiesenen Arztes oder eines Tropeninstituts einzuholen. Eine reisemedizinische Beratung sollte spätestens vier Wochen vor der geplanten Reise erfolgen, damit sinnvolle/erforderliche Impfungen rechtzeitig durchgeführt werden können. Die Kostenübernahme ist individuell mit der jeweiligen Krankenkasse zu klären. Für Argentinien sind die folgenden Impfungen zu erwägen:

  • Gelbfieber (für Aufenthalte in den Provinzen Corrientes und Missionen)
  • Typhus
  • Herpes zoster (> 50 Jahre)
  • Hepatitis B bei längeren Aufenthalten oder engem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung
  • Tollwut bei Umgang mit Tieren
  • Meningits (5 Serotypen)

Eine Auflistung reisemedizinisch qualifizierter Ärzte finden Sie unter http://www.dtg.org/

Malaria

Minimales Risiko im Norden an der Grenze zu Bolivien in der Provinz Salta und in den Provinzen Chaco, Corrientes und Misiones an der Grenze zu Paraguay und Brasilien. Das Risiko ist so gering. dass keine Prophylaxe empfohlen wird.

 

 

 

Ratschläge zur Reiseapotheke

Statten Sie ihre Reiseapotheke so aus, dass kleinere Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen selbst behandelt werden können. Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen müssen, sollten Sie in ausreichender Menge in Ihrem Handgepäck mitführen. Eine Bestätigung (am besten in Englischer Sprache) der Notwendigkeit der Einnahme dieser Medikamente kann notwendig sein. Die Zusammensetzung Ihrer Reiseapotheke sollte mit einem Arzt besprochen werden. Es empfehlen sich auf jeden Fall Mittel gegen Insektenstiche, Fieber und Schmerzen, Durchfall, Desinfektionsmittel, Pflaster und Verbandsmaterial, Sonnenschutzmittel. Weitere Medikamente (Antibiotikum, ggf. Malariamedikamente) können sinnvoll sein.

Aktuelle Meldungen

Aus dem Nordes des Landes (Tucuman) wird berichtet, dass Zikavirus-Infektionen auftreten. Das Risiko für Infektionen wird als hoch eingeschätzt.

Das Zika-Virus (ZIKV) wird durch Steckmücken auf den Menschen übertragen. Die Erkrankung geht mit Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, einer Entzündung der Augenbindehaut sowie seltener Muskel- bzw. Kopfschmerzen und Erbrechen einher. Der Hautausschlag hält im Mittel sechs Tage an, andere Symptome nehmen früher ab. Häufig verläuft die Infektion asymptomatisch oder nur mit milden Symptomen. Bislang sind nur vereinzelte Todesfälle dokumentiert, die überwiegend mit Vorerkrankungen vergesellschaftet waren.
 Das sehr seltene und als Komplikation von diversen Virusinfektionen bekannte, mit Lähmungen einhergehende Guillain-Barré-Syndrom ist bei ZIKV-Infektionen ebenfalls beschrieben worden. Bislang existiert weder eine zugelassene Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe. Es gibt es vermehrt Berichte aus verschiedenen Ländern, dass ZIKV-Infektionen während der Schwangerschaft mit Fällen einer sog. Mikrozephalie (relativ kleiner Kopfumfang bei Neugeboren häufig einhergehend mit geistiger Behinderung) vergesellschaftet sind.

Das Bernhard-Nocht-Institut empfiehlt (in Übereinstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit und mit dem Auswärtigen Amt) daher folgendes:

Für Schwangere oder Frauen die schwanger werden wollen: von vermeidbaren Reisen in Zikavirus-Ausbruchsgebiete mit hohem Risiko ist abzuraten. Bei unvermeidbaren Reisen muss auf einen konsequenten ganztägigen Mückenschutz geachtet werden.

Für nicht schwangere Frauen gilt: Nach Verlassen des Landes sollte für 8 Wochen eine Kontrazeption erfolgen.

Für Männer gilt: Da eine sexuelle Übertragbarkeit der ZIKV-Infektion möglich ist, wird nach einer Exposition in den ZIKV-Ausbruchsgebieten bei Sexualverkehr mit Schwangeren Kondomgebrauch für die Dauer der Schwangerschaft empfohlen. Alle Männer sollten unabhängig davon, ob auf der Reise oder kurz danach Symptome einer möglichen ZIKV-Infektion (z.B. Fieber, Hautauschlag, Gelenkschmerzen) aufgetreten sind, nach Rückkehr aus den ZIKV-Ausbruchgebieten ihre Sexualpartner für die Dauer von mindestens 6 Monaten durch Kondomgebrauch schützen (die Viren können über Monate im Sperma nachweisbar sein). Frauen sollten konsequenterweise in dieser Zeit auf eine Schwangerschaft verzichten. Das konkrete Reiseprofil (z.B. Geschäftsreisende, die sich nur kurz im Land und nur in klimatisierten Büros aufhalten) kann die Notwendigkeit der Umsetzung dieser Empfehlung relativieren.

 

 

Allgemeine Hinweise

Medizinische Versorgung: Es ist mit Einschränkungen bei der ärztlichen und medikamentösen Versorgung zu rechnen. Deshalb ist auf die Bestückung der Reiseapotheke und auf eine Auslandskrankenversicherung mit eventueller Rückholung in das Heimatland besonderer Wert zu legen.

Hinweise zur Sicherheit im Reiseland finden sich auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes www.auswaertiges-amt.de.

 

Bei Biss durch Hunde ist immer an Tollwut zu denken.

Infektionen mit Hantaviren können in ländlichen Gebieten vorkommen. Die Infektion kann sich zu einer schweren Erkrankung mit Lungenentzündung und Herzbeteiligung entwickeln. Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit Ausscheidungen von Nagetieren – das Risiko für Reisende ist extrem gering.

In der Pampas-Region kann selten das sog. Argentinische hämorrhagische Fieber auftreten. Betroffen sind vorwiegend in der Landwirtschaft tätige Personen, z.B. Mähdrescherfahrer. Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit Ausscheidungen oder Blut von Nagetieren – das Risiko für Reisende ist extrem gering.

Ansprechpartner

Botschaft von Argentinien
Kleiststraße 23-26, 10787 Berlin
Tel.: 030 - 226 68 90
Fax: 030 - 229 14 00
E-Mail: info_ealem(at)mrecic.gov.ar
Web: www.ealem.mrecic.gov.ar

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Calle Villanueva 1055, C1426BMC Buenos Aires
Tel.: 0054 11 - 47 78 25 00
Fax: 0054 11 - 47 78 25 50
E-Mail: info(at)buenos-aires.diplo.de
Web: www.buenos-aires.diplo.de

Alle hier gemachten Angaben erfolgen ohne Gewähr
und ersetzen nicht eine reisemedizinische Beratung.