Forschung

Die genetische Spur der Ebola-Epidemie

Da wir mit den Europäischen Mobilen Laboratorien die ersten waren, die im Gebiet des letzten Ebola-Ausbruchs Virusdiagnostik betrieben, und die Diagnostik während der Epidemie fortsetzten, konnten wir über den gesamten Zeitraum und an verschiedenen Orten Proben von Patienten sammeln.

Arbeit in einem „European Mobile Laboratory“ zu Beginn der Ebola-Epidemie in Guinea
Arbeit in einem „European Mobile Laboratory“ zu Beginn der Ebola-Epidemie in Guinea

Anschließend haben wir in 179 Proben, die zwischen März 2014 und Januar 2015 eingereicht worden waren, nahezu die gesamte Sequenz der Genome der Ebola-Viren bestimmt und konnten so nachverfolgen, wie Mutationen nacheinander im Virus-Genom auftraten. So konnten die Verbreitungswege des Virus rekonstruiert werden. Die Ergebnisse bestätigen, dass das Virus etwa Ende April, Anfang Mai 2014 von Guinea nach Sierra Leone wanderte und die Viren aus Guinea und Sierra Leone sich dann Juni/Juli 2014 wieder trafen und kreuzten. In der Folge kam es dann zu massiven Verschleppungen unterschiedlicher Virusisolate auch über Landesgrenzen hinweg. Unsere Daten zeigen insbesondere auch, dass Ebola-Viren keine außergewöhnlich hohe Mutationsrate aufweisen. Man muss daher nicht befürchten, dass sie sich nach einer Impfung rasch dem Impfschutz entziehen.

 


Carroll M.W. et al., Nature 2015, 524:97-101

Marlis Badusche, Beate Becker-Ziaja, Britta Liedigk, Lisa Oestereich, Romy Kerber, Martin Gabriel, Stephan Günther und externe Kooperationspartner (s. Publikation)