Forschung

Ein Ebola-Patient in Hamburg

Am 27. August 2014 traf auf dem Hamburger Flughafen ein Spezialflugzeug mit einem Ebola-Kranken aus Sierra Leone ein, der in einer Hochsicherheitsisolierstation des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf behandelt werden sollte. In der Diagnostik des BNITM wurden engmaschig Viruslast und Infektiosität mit der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) bzw. durch Anzüchten der Viren in Zellkulturen verfolgt.

Übung auf der Hochsicherheitsstation
Übung auf der Hochsicherheitsstation (Fotografie: Tom Hildebrandt, UKE)

Im Verlauf der Erkrankung entwickelte der Patient zahlreiche Komplikationen wie eine bakterielle Blutvergiftung, Atmungsversagen und eine Gehirnbeteiligung. Die intensivmedizinische Betreuung mit forcierter Flüssigkeitsgabe von anfangs zehn Litern pro Tag, der Gabe eines Breitspektrum-Antibiotikums und vorübergehender nicht-invasiver Beatmung führte zu einer vollständigen Genesung, ohne dass eine experimentelle Behandlung durchgeführt wurde. Die Entlassung verzögerte sich durch anhaltenden Nachweis viraler RNA bis zu Tag 30 im Urin und bis zu Tag 40, der letzten Messung, im Schweiß. Demgegenüber konnten Viren aus Blut nur bis Tag 14 und aus Urin nur bis Tag 26 gezüchtet werden, so dass wir davon ausgehen, dass die PCR noch RNA aus abgetöteten Viren nachweist. Insgesamt zeigt dieser Fall, dass durchaus auch schwere Fälle der Ebola-Krankheit allein durch routinierte intensivmedizinische Betreuung erfolgreich behandelt werden können.

 


Kreuels B. et al., N Engl J Med. 2014; 371:2394-401

Benno Kreuels, Petra Emmerich, Jonas Schmidt-Chanasit, Stephan Günther und externe Kooperationspartner (s. Publikation)