Forschung

Zika-Virus auf dem Vormarsch

In unserem Nationalen Referenzzentrum für tropische Infektionserreger wurde 2013 der erste Fall einer Zika-Virus-Infektion diagnostiziert, der nach Europa importiert wurde, und mittlerweile vier weitere Fälle. Die Betroffenen hatten sich vermutlich auf Tahiti, Borneo bzw. in Brasilien infiziert.

Ursprüngliches Zika-Biotop
Ursprüngliches Zika-Biotop

Sie waren mit leichtem Fieber, Hautausschlag, Bindehautentzündung, Muskel- und Gelenkschmerzen, Knöchelödemen und Lymphknotenschwellungen erkrankt. Bei einem der Patienten wurde eine vorübergehende Hörminderung festgestellt, offenbar Folge einer Schädigung des Zentralnervensystems durch das Virus. Unlängst wurde aus Brasilien auch der Verdacht auf Fruchtschädigungen gemeldet.

Wie das verwandte Dengue-Virus wird das Zika-Virus von Aedes-Stechmücken übertragen, so dass Ausbrüche in weiten Teilen Südeuropas möglich erscheinen, wo sich die Tigermücke Aedes albopictus inzwischen angesiedelt hat.

 


Tappe D. et al., Euro Surveill 2014, 19: pii: 20685;
Tappe D. et al., Emerg Infect Dis 2015, 21:911-3;
Zammarchi L. et al., Euro Surveill 2015;20 pii: 21153;
Zammarchi L. et al., J Clin Virol 2015 Feb, 63:32-5.

Dennis Tappe, Stephan Günther, Lisa Oestereich, Daniel Cadar, Jonas Schmidt-Chanasit und externe Kooperationspartner (s. Publikationen)