Forschung

Neuartige Wurminfektionen in Deutschland

Mit DNA-Tests sind wir drei ungewöhnlichen Wurminfektionen auf die Spur gekommen. Zum einen einer Dirofilariose. Dirofilarien befallen normalerweise Hunde und werden durch Stechmücken übertragen.

Gewebeschnitt durch den Hautknoten eines Patienten mit einer Dirofilaria-repens-Infektion.
Gewebeschnitt durch den Hautknoten eines Patienten mit einer Dirofilaria-repens-Infektion.

Stechen infizierte Mücken einen Menschen, kann sich der Wurm auch in der menschlichen Haut entwickeln und einen Knoten bilden. Erstmalig hat sich eine Person in Deutschland infiziert, die Würmer waren vermutlich durch Hunde aus Südeuropa eingeschleppt worden. Ähnlich selten finden sich beim Menschen Würmer der Hunde-Onchozerkose. Wir haben ein Exemplar am Auge eines Türkeireisenden gefunden. Schlimm verlief eine Infektion mit dem Pferdewurm Halicephalobus gingivalis. Der Betroffene starb an einer Gehirnentzündung. Er hatte sich in Süddeutschland infiziert, vermutlich war er mit einer Hautverletzung in Kontakt mit Walderde gekommen. Glücklicherweise ist die Erkrankung beim Menschen sehr selten, in Europa war sie zuvor noch nie beschrieben worden.

 


Monoranu C.M. et al., Open Forum Infect Dis. 2015, 2(2):ofv061;
Bergua A. et al., Euro Surveill 2015, 20(16) pii: 21099;
Tappe D. et al., Euro Surveill 2014, 19(17):2-4

Dennis Tappe, Birgit Muntau, Egbert Tannich und externe Kooperationspartner (s. Publikationen)