Forschung

Ausschaltung hemmender Immunzellen verstärkt kurzfristig Impfwirkung

Da die Wirkung des Malariaimpfstoffs RTS,S (Mosquirix™) über die Zeit deutlich abnimmt, haben wir im Tiermodell nach Möglichkeiten gesucht, durch Manipulation der Immunantwort den Impfschutz gegen Malaria zu verlängern.

Im Rahmen der Immunantwort nehmen Antigen-präsentierende Zellen (APC) Antigene auf und aktivieren damit T-Effektorzellen (Teff)
Im Rahmen der Immunantwort nehmen Antigen-präsentierende Zellen (APC) Antigene auf und aktivieren damit T-Effektorzellen (Teff). Daraufhin vermehren sich die Teff und produzieren
Botenstoffe, sodass Pathogene, wie z. B. Malariaerreger, bekämpft werden. Allerdings können sowohl APC als auch Teff durch sogenannte regulatorische T-Lymphozyten (Treg) gehemmt werden.

Zu diesem Zweck haben wir Mäuse untersucht, denen eine Gruppe von Abwehrzellen gentechnisch entfernt worden war, die andere Immunzellen hemmt (sog. regulatorische T-Lymphozyten, Treg). Der Effekt war, dass zwar kurzfristig die Reaktion auf die erste und zweite Impfdosis jeweils deutlich stärker ausfiel, aber kein Unterschied bei den Gedächtnis-Zellen (sog. Memory-T-Lymphozyten) auszumachen war, die eine Langzeitwirkung vermitteln können. Das immunologische Gedächtnis wird demnach von anderen, bislang unbekannten Faktoren gesteuert.

 

Die Wirkung des unlängst zugelassenen Malariaimpfstoffs RTS,S (Mosquirix™) nimmt bei längerer Beobachtungszeit deutlich ab und liegt nach vier Jahren nur noch bei 16 %. Derzeit wird bei der Weltgesundheitsorganisation diskutiert, ob man Ländern in Malariagebieten empfehlen soll, den Impfstoff in die nationalen Impfkampagnen aufzunehmen.

 


Espinoza Mora M.R. et al., PLoS One 2014, 9:e104627

Maria del Rosario Espinoza Mora, Christiane Steeg, Susanne Tartz, Volker Heussler, Bernhard Fleischer, Thomas Jacobs und externe Kooperationspartner (s. Publikation)