Forschung

Impfstoff gegen Onchozerkose

In zahlreichen afrikanischen Ländern ist die Wurmkrankheit Onchozerkose verbreitet. Die Würmer leben in Knoten unter der Haut und produzieren massenhaft Larven, die ausschwärmen und auch ins Auge wandern und Erblindung verursachen können – daher wird die Erkrankung auch Flussblindheit genannt.

Onchozerkose des Rinds
Bei der Onchozerkose des Rinds liegen die Würmer wie beim Menschen in tastbaren Knoten unter der Haut (Fotografie: Alfons Renz).

Auf Grund einer Analyse von Serumproben von Personen, die von Natur aus gegen Onchozerkose geschützt zu sein scheinen, haben wir mehrere Eiweiße dieser Würmer identifiziert, die vor einer Infektion schützen könnten, wie an einem Beispiel im Mausmodell gezeigt wurde. Wir konstruieren nun einen Impfstoff, der die Gene der Eiweiße enthält und als DNA-Vakzine zunächst in einem Modellversuch an der Tierärztlichen Hochschule Hannover und später in einem Feldversuch an afrikanischen Rindern getestet werden soll. Denn auch Rinder haben in Afrika eine eigene Form der Onchozerkose.

 


Steisslinger V. et al., Vaccine 2015, 33(43):5861-7

Vera Steisslinger, Simone Korten, Norbert Brattig und Klaus Erttmann