Forschung

Magenbakterien mildern Immunschwäche bei AIDS

Magenbakterien (Helicobacter pylori) wurden erst in den 1980er Jahren entdeckt und als eine wesentliche Ursache für Magengeschwüre und Magenkrebs erkannt.

Ambulanzbetrieb in Ghana (Fotografie: Mika Väisänen).
Ambulanzbetrieb in Ghana (Fotografie: Mika Väisänen).

Als dann die AIDS-Pandemie erkannt wurde, stellte man fest, dass Personen mit einer HIV-Infektion bei gleichzeitigem Befall mit Magenbakterien vergleichsweise niedrige Zahlen von HI-Viren im Blut haben und relativ hohe Zahlen von Helferzellen (CD4+ T-Lymphozyten), den Abwehrzellen, die von den HI-Viren zerstört werden und deren Fehlen letztlich besonders zu der charakteristischen Abwehrschwäche bei AIDS beiträgt. In einem Vergleich HIV-positiver Personen mit und ohne Magenbakterien haben wir nun gefunden, dass die CD4+ T-Lymphozyten bei Personen mit Magenbakterien weniger stark aktiviert sind, sich im Reagenzglas weniger stark vermehren, und geringere Zeichen der Erschöpfung aufwiesen als bei Personen ohne Magenbakterien. Da HI-Viren bevorzugt aktivierte und sich vermehrende CD4+ T-Lymphozyten befallen, können diese Ergebnisse erklären helfen, warum Magenbakterien das Fortschreiten der HIV-Infektion zu AIDS verzögern könnten.

 


Eberhardt K.A. et al., Clin Infect Dis. 2015 Jul 20. pii: civ577;
Sarfo F.S. et al., PLoS One. 2015;10(11):e0143388. doi: 10.1371/journal.pone.0143388.

Kirsten Eberhardt, Gerd Burchard und externe Kooperationspartner (s. Publikation)