Forschung

Wie Mykobakterien nach einer Infektion unsere Körperzellen wieder verlassen

Mykobakterien wie z. B. Tuberkulose-Bakterien nisten sich in unseren Körperzellen ein und vermehren sich dort. Während detailliert untersucht wird, wie sie in die Zellen eindringen, ist weitgehend unbekannt, wie sie die Zellen wieder verlassen. Denn das müssen sie, um die Infektion weiter zu verbreiten.

Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Mykobakteriums beim Ausschleusen aus einer Zelle
Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Mykobakteriums beim Ausschleusen aus einer Zelle. Markiert ist ein Einschlusskörperchen (Autophagosom) am hinteren Pol des Bakteriums.

Dabei bleiben die befallenen Körperzellen häufig unversehrt. Wir untersuchen, wie Infektionserreger so schonend durch die Außenhaut (Zellmembran) unserer Körperzellen entkommen. Wie viele andere Zellen können unsere Körperzellen Einschlusskörperchen („Autophagosomen“) bilden, in denen Abbauprodukte des Stoffwechsels verdaut und anschließend zum Recycling wieder in die Zelle freigesetzt werden. Wir haben gefunden, dass solche Einschlusskörperchen in einer Zelle zusammen mit Mykobakterien an die Austrittsstelle wandern und die Öffnung in der Zellmembran nach dem Ausschleusen der Bakterien wieder verschließen. Damit stellt sich die Frage, ob die Einschlusskörperchen auch bei anderen Verletzungen von Zellen eine Art Wundverschluss bilden können.

 


Gerstenmaier L. et al., Proc Natl Acad Sci USA 2015, 112:E687-92

Lilli Gerstenmaier, Rachel Pilla, Lydia Herrmann, Hendrik Herrmann, Monica Prado, Margot Kolonko, Monica Hagedorn und externe Kooperationspartner (s. Publikation)