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Hundehautwurm in Brandenburg

Der Hundehautwurm Dirofilaria repens wird durch blutsaugende Stechmücken übertragen und führt bei Hunden gelegentlich zu Hauterkrankungen. Werden Menschen infiziert, können knotige Hautveränderungen, Augen- oder im schlimmsten Fall auch Gehirnentzündungen entstehen. 

Wiederholter Nachweis von Dirofilaria repens in Stechmücken an zwei Standorten in Brandenburg
Wiederholter Nachweis von Dirofilaria repens in Stechmücken an zwei Standorten in Brandenburg. Insgesamt wurden fast 75.000 Stechmücken aus neun verschiedenen Bundesländern auf Parasiten untersucht.

Eigentlich kommt der Parasit nur in warmen Ländern Afrikas und Asiens sowie im Mittelmeerraum vor. In den letzten Jahren erschienen aber immer häufiger Berichte über autochthone – vor Ort erworbene – Infektionen in weiter nördlich gelegenen Ländern wie Österreich, Tschechien oder Polen. Offenbar ermöglichen Klimaveränderung und insbesondere die vereinfachte Einfuhr infizierter Hunde aus Südeuropa die Etablierung der Infektion auch in Zentraleuropa.

Im Zuge unserer Mückenüberwachung haben wir 2013 erstmals in großem Maßstab Stechmücken aus Deutschland auf Parasiten untersucht. Insgesamt wurden rund 75.000 Insekten analysiert, die 2011 und 2012 in neun verschiedenen Bundesländern gefangen wurden. Dabei fanden wir wiederholt Dirofilaria repens in Mücken aus Brandenburg in der Nähe der Oder. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass in dieser Region bereits etliche Hunde mit dem Parasiten infiziert sind. Es besteht also Handlungsbedarf. Die entsprechenden Veterinär- und Gesundheitsämter wurden informiert.

 


Czajka C. et al., Emerg Infect Dis 2014, 20:328-31

Christina Czajka, Hanna Jöst,  Jonas Schmidt-Chanasit, Egbert Tannich und externe Kooperationspartner (s. Publikation)