Forschung

Wie sich Mücken vor Viren schützen

Dass Insekten zahlreiche Tropenkrankheiten übertragen, ist bekannt. Dass sie dabei selbst an den Infektionen erkranken und sogar sterben können, ist weniger bekannt. 

Männliche schwarzbäuchige Taufliege Drosophila melanogaster
Männliche schwarzbäuchige Taufliege Drosophila melanogaster

Seit über hundert Jahren ist die Taufliege Drosophila melanogaster ein Liebling der Forscher. Sie ist klein, anspruchslos, vermehrt sich wie die Fliegen und wird von Tierschützern vernachlässigt. Inzwischen gibt es Taufliegen mit Tausenden von Gendefekten. Einerseits hat man mit ihnen die Funktion zahlreicher Gene und der dazugehörigen Proteine aufgeklärt, die sich im Prinzip bis zur Entwicklung des Menschen erhalten haben. Andererseits nutzt man sie zunehmend, um das Immunsystem von solchen Insekten zu verstehen, die Infektionen übertragen.

Bei der Virusabwehr der Taufliege haben wir zwei grundlegende Mechanismen gefunden, zum einen RNA-Interferenz und zum anderen ein Abwehrsystem, das mit seinen Bausteinen „Jak/Stat“ sehr einem Mechanismus im angeborenen Immunsystem des Menschen ähnelt. Wir haben eine Reihe unterschiedlicher Viren untersucht und gefunden, dass RNA-Interferenz eine besonders wichtige Rolle einnimmt und ungeachtet des Virus immer zum Immunschutz beiträgt, während der Jak/Stat-Weg nur am Schutz gegen einzelne Viren beteiligt ist.

 


Kemp C., Mueller S. et al., J Immunol 2013, 190 : 650-658 

Stefanie Jansen, Stefanie Becker (ehemals Müller) und externe Kooperationspartner (s. Publikation)