Forschung

Das Skelett der Malariaparasiten

Malariaparasiten bestehen aus nur einer Zelle, tragen unter ihrer Oberfläche aber ein komplexes Membransystem, das als „Inner Membrane Complex“ bezeichnet wird.

Gametozyten heißen die Vorläufer der Geschlechtsformen von Malariaparasiten, die im Blut des Menschen zirkulieren, sich von der Mücke beim Stich aufsaugen lassen und sich im Darm der Mücke in Gameten – „Männchen und Weibchen“ – entwickeln und geschlechtlich vermehren. Ihr „Inner Membran Complex“ (rot) zeichnet sich durch Ringstrukturen (grün) aus, die vermutlich die Nahtstellen einzelner Membranplatten bilden. (Fotografie: Maya Kono)

Diese Struktur bestimmt einerseits die Form des Parasiten, anderseits trägt sie entscheidend zu seiner Beweglichkeit bei und ermöglicht ihm das Eindringen in unsere Leberzellen und roten Blutkörperchen. Obwohl dieses Membransystem schon seit Jahrzehnten durch mikroskopische Beobachtungen bekannt ist, sind seine molekularen Bausteine noch wenig erforscht. Wir haben gefunden, dass ein weit größeres Repertoire an Eiweißen als bisher bekannt in diesen Membranen eingelagert ist und dass dieselben Eiweiße je nach Entwicklungsstadium unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

 


Kono M. et al., Mol Biol Evol 2012, 29:2113-2132

Maya Kono, Klemens Engelberg, Dipto Sinha, Tim Gilberger und externe Kooperationspartner (s. Publikation)