Forschung

Pumpstation für den Eiweisstransport

Die längste Zeit ihres Aufenthalts im Menschen verbringen Malariaparasiten in roten Blutkörperchen. Dort vermehren sie sich, und in dieser Zeit verursachen sie die Erkrankung. Sie bauen die roten Blutkörperchen von innen heraus gründlich um und müssen dafür eine Vielzahl verschiedener Eiweiße in sie hinein schleusen.

Rote Blutzelle mit einem Malariaparasiten. Membranen sind rot, die Zellkerne des Parasiten sind blau markiert, und ein Protein, das von dem Parasiten in die rote Blutzelle transportiert wurde, stellt sich in Form grüner Punkte dar.
Rote Blutzelle mit einem Malariaparasiten. Membranen sind rot, die Zellkerne des Parasiten sind blau markiert, und ein Protein, das von dem Parasiten in die rote Blutzelle transportiert wurde, stellt sich in Form grüner Punkte dar. (Fotografie: Tobias Spielmann)

Wir haben gezeigt, dass eine ganze Pumpmaschinerie für viele verschiedene Eiweiße die Schlüsselstelle dieses Transports darstellt. Sie pumpt die Eiweiße über Membranen, die den Parasiten umgeben und ihn vom Inneren der roten Blutkörperchen trennen. Ob es sich dabei um einen einzelnen Pumpentyp oder verschiedene Pumpen für verschiedene Eiweiße handelt, ist noch nicht geklärt. Da der Transport dieser Eiweiße für das Überleben des Parasiten – und für seine krank machende Wirkung – unerlässlich ist, ist jede einzelne Pumpe ein herausragendes Ziel für die Entwicklung neuartiger Medikamente.

 


Grüring C. et al., Cell Host & Microbe 2012, 12:717-729

Christof Grüring, Arlett Heiber, Florian Kruse, Sven Flemming, Hanno Schoeler, Tim Gilberger, Tobias Spielmann und externe Kooperationspartner (s. Publikation)