Forschung

Tödliches Marburg-Fieber nach Höhlentourismus in Uganda

Eine 41-jährige Frau aus den Niederlanden erkrankte vier Tage nach Rückkehr von einer Urlaubsreise nach Ostafrika an einer fieberhaften Erkrankung, die zunächst für eine Malaria gehalten wurde. Innerhalb weniger Tage entwickelte sich ein allgemeines Organversagen mit generalisierten Blutungen, und die Patientin starb trotz modernster Intensivmedizin an einem Hirnödem.

Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Marburg-Virus aus dem Blut der Patientin. (Fotografie: Christel Schmetz)
Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Marburg-Virus aus dem Blut der Patientin. (Fotografie: Christel Schmetz)

Sie hatte zwei Wochen vor Ausbruch der Erkrankung die sogenannte Python-Höhle im Maramagambo Forest in Uganda besucht, in der zahlreiche Fledermäuse hausen.
In der virologischen Diagnostik unseres Instituts wurde als Ursache des Krankheitsbilds eine Infektion mit dem Marburg-Virus nachgewiesen. Das Marburg-Virus ist ein enger Verwandter des Ebola-Virus und verursacht eine ähnliche, meist tödliche Erkrankung. Die natürlichen Wirtstiere von Marburg-Viren sind Fledermäuse.
Vermutlich hat die Patientin das Virus mit Staub aus infiziertem Kot oder Urin von Fledermäusen über die Atemluft aufgenommen. Afrikanische Fledermäuse können viele Viren tragen, nicht nur das Marburg-Virus. Es ist daher generell ratsam, den Kontakt zu diesen Tieren zu meiden.

 


van Paassen J. et al., Lancet Infect Dis 2012, 12:635-42

Jonas Schmidt-Chanasit, Stefan Schilling, Stefan Ölschläger, Toni Rieger, Petra Emmerich, Christel Schmetz, Stephan Günther und Kooperationspartner (s. Publikation)