Forschung

Molekulare Diagnostik für Lassa-Fieber in Nigeria

In Nigeria fallen vermutlich mehr als tausend Menschen im Jahr dem Lassa-Fieber zum Opfer. Laboratorien zum Nachweis der Infektion gab es dort nicht, und die Symptome unterscheiden sich anfangs nicht von denen anderer tropischer Infektionskrankheiten.

Nigerianischer Virologe im Labor des Irrua Specialist Teaching Hospitals bei der Aufarbeitung einer Patientenprobe zur Untersuchung auf Lassa- Virus mit der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR). (Fotografie: Stephan Günther)
Nigerianischer Virologe im Labor des Irrua Specialist Teaching Hospitals bei der Aufarbeitung einer Patientenprobe zur Untersuchung auf Lassa- Virus mit der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR). (Fotografie: Stephan Günther)

So blieben Patienten mit Lassa-Fieber meist unerkannt und wurden weder isoliert, noch richtig behandelt. Im schlimmsten Fall übertrugen sie das Virus auf Ärzte, Schwestern und andere Patienten.
Um diese Kette zu durchbrechen, haben wir 2008 zusammen mit nigerianischen Partnern erstmals ein Labor zum Nachweis des Lassa-Virus in einem Krankenhaus in Nigeria aufgebaut. Wir haben alle notwendigen Geräte vor Ort installiert und lokales Laborpersonal in modernen Nachweistechniken ausgebildet. Die Reagenzien werden regelmäßig nach Nigeria geschickt. So werden dort seit 2008 jährlich etwa 2000 Verdachtsfälle getestet, von denen durchschnittlich 10 Prozent positiv sind. Diese werden sofort auf eine Isolierstation verlegt. Viele Patienten kommen erst spät nach Krankheitsbeginn ins Krankenhaus, sodass nur Stunden bis Tage bleiben, um einen tödlichen Ausgang zu verhindern; ein Grund für die hohe Sterblichkeitsrate von 30 Prozent. Unser nächstes Ziel ist eine Senkung der Sterblichkeit.

 


Asogun D.A. et al. PLoS Negl Trop Dis. 2012, 6:e1839

Meike Hass, Martin Gabriel, Stephan Ölschläger, Beate Becker-Ziaja, Stephan Günther und externe Kooperationspartner (s. Publikation)