Forschung

Impfungen für eine Wurminfizierte Bevölkerung

Parasitäre Würmer dämpfen unser Abwehrsystem, um jahrelang in uns überleben zu können. Dabei können sie auch die Immunantwort auf Schutzimpfungen unterdrücken.

Wurminfizierte Mäuse antworten auf eine einfache Impfung gegen Malaria mit weniger spezifischen Abwehrzellen, die IFN-γ und TNF-α produzieren und infizierte Leberzellen töten können (CD8+ T-cells).
Wurminfizierte Mäuse antworten auf eine einfache Impfung gegen Malaria mit weniger spezifischen Abwehrzellen, die IFN-γ und TNF-α produzieren und infizierte Leberzellen töten können (CD8+ T-cells). Erst eine kombinierte Impfung führt zu einer ausreichend starken Antwort auch in wurminfizierten Mäusen. (Grafik: Minka Breloer)

Mäuse, die mit dem Fadenwurm Litomosoides sigmodontis infiziert waren, reagierten schlecht auf eine einfache Schutzimpfung gegen Leberstadien von Malariaparasiten. Im Vergleich zu gesunden Mäusen produzierten sie weniger Abwehrzellen, die Malaria-infizierte Leberzellen abtöten können. Ein kombiniertes Impfprogramm, bei dem der Impfstoff zunächst mit abgeschwächten Bakterien und danach als reines Protein verabreicht wurde, wirkte demgegenüber auch in Mäusen, die mit Würmern infiziert waren. Sie bildeten wieder mehr spezifische Abwehrzellen und waren vor einer Malaria genauso gut geschützt wie Mäuse ohne Würmer. In den Tropen, wo häufig Wurminfektionen und Malaria gleichzeitig vorkommen, sollten Impfstrategien entsprechend angepasst werden.

 


Kolbaum J. et al., Eur J Immunol 2012, 42:890-900.

Julia Kolbaum, Susanne Tartz, Wiebke Hartmann, Andreas Nagel, Volker Heussler, Thomas Jacobs, Minka Breloer und Kooperationspartner (s. Publikation)