Neue Infektionen

[alle Inhalte aus dem Jahresbericht BNI 2010/2011]
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2003

West-Nil-Fieber in Nordamerika

Wirklich neu ist es nicht. Noch im letzten Jahrhundert gab es in Europa Malaria und schwere Ausbrüche von Dengue-Fieber, und noch 1870 starben in Barcelona Tausende an Gelbfieber.
Dennoch kommt die Bedrohung durch tropische Infektionen in unseren Breiten jetzt unvorbereitet. In den vergangenen Jahren brach Chikungunya-Fieber in Norditalien aus, und in Südfrankreich und Kroatien haben sich Menschen mit Dengue-Viren infiziert. Abschreckendes Beispiel ist die rasante Ausbreitung des West-Nil-Virus in den USA – mit über tausend Todesopfern (Bilder links). Bei uns tauchten West-Nil-Infektionen kürzlich in Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Ungarn auf.
Der Grund für diese Entwicklung sind Stechmücken, in erster Linie die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) und die japanische Buschmücke (Ochlerotatus japonicus). Sie breiten sich derzeit weltweit aus, in großen Etappen mit dem internationalen Warenaustausch – bevorzugtes Transportmittel sind gebrauchte Autoreifen und Blumentöpfe – und regional in Kraftfahrzeugen. Die japanische Buschmücke hat sich inzwischen fest in Deutschland eingebürgert, man weiß aber noch nicht, ob die deutschen Exemplare auch Menschen stechen. Vor allem aber befindet sich die asiatische Tigermücke gerade im Anmarsch, einzelne Vertreter wurden unlängst im Markgräflerland gesichtet.
Mücken alleine machen aber noch keine Epidemie. Erst wenn dann noch ein infizierter Mensch einreist, kann die Übertragung beginnen. Wie beim Chikungunya-Ausbruch in Italien. Die Tigermücken hatten sich bereits um 1990 in der Po-Ebene eingenistet, als 2007 ein Geschäftsmann, der aus Indien nach Ravenna reiste, akut an Chikungunya-Fieber erkrankte und in seinem Blut Chikungunya-Viren anbot. Er wurde gestochen, und die Tigermücke übertrug die Viren von ihm auf den Nächsten und so weiter. Fast 300 Italiener erkrankten an Chikungunya-Fieber.

 

Buschmoskito in Baden-Württemberg

Ähnlich wie die Asiatische Tigermücke hat er sich im Zuge des internationalen Warenhandels in den letzten Jahrzehnten über weite Teile der Welt ausgebreitet. In Deutschland ist Oc. japonicus seit 2008 bekannt, als er sich aus der Schweiz kommend zunächst in Baden-Württemberg angesiedelt hat. Mittlerweile wird er dort nahezu flächendeckend gefunden und kann als heimisch angesehen werden. Seit 2012 werden nun auch stabile Populationen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen beobachtet. Aufgrund der schnellen Ausbreitung über mehrere entfernte Bundesländer und seiner starken Vermehrung bei geringen klimatischen Ansprüchen muss man davon ausgehen, dass sich Oc. japonicus in den nächsten Jahren bundesweit in allen Gebieten mit entsprechendem Baumbestand ausbreiten wird.

Tigermücke auf deutschen Autobahnen

Die asiatische Tigermücke Aedes albopictus ist Überträger verschiedener tropischer Viruserkrankungen, insbesondere des Dengue-Fiebers. Sie hat sich im Zuge des internationalen Warenhandels von Asien über weite Teile der Welt ausgebreitet. Auch in einigen Ländern Europas südlich der Alpen ist sie mittlerweile beheimatet. 

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Verbreitung der gemeinen Stechmücke

Die Gemeine Stechmücke Culex pipiens pipiens (Cpp) ist eine der häufigsten
Mückenarten in Deutschland. Es gibt zwei verschiedene Biotypen sowie eine weitere Art Culex torrentium, deren Weibchen sich mikroskopisch nicht unterscheiden lassen, die aber unterschiedliches Stechverhalten zeigen.

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Importierte Epidemien

Der Japanische Buschmoskito Ochlerotatus japonicus ist bekannt für seine Fähigkeit, verschiedene Viren zu übertragen. Er stammt ursprünglich aus Asien, wo er vor allem waldreiche Gebiete im Norden Japans und Koreas besiedelt.

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Antikörper gegen Usutu-Virus bei einem deutschen Blutspender

Usutu-Viren wurden 1959 in Südafrika entdeckt und sind das erste Mal 1996 in Europa aufgetreten. Sie befallen Vögel und Menschen und werden von Stechmücken übertragen.

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Usutu verursacht Vogelsterben in Südwestdeutschland

Usutu-Viren wurden 1959 in Südafrika entdeckt. Sie befallen Vögel und Menschen und werden von Stechmücken übertragen.

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Antikörper gegen Sindbis-Virus bei deutschen Blutspendern

Sindbis-Viren wurden in den 1950er Jahren in Afrika entdeckt, später auch in Europa, wo sie insbesondere in Schweden und Finnland vorkommen.

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Deutsche Mückenkarte

Norbert Becker verdanken wir die Anfänge der deutschen Mückenkarte. Er ist Wissenschaftlicher Direktor der „Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage e.V.“ (KABS), die alljährlich flächendeckend das Oberrhein- und Neckartal von lästigen Stechmücken befreit.

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