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| 13.09.2016

Erste iranisch-deutsche Sommerschule für angewandte Feldepidemiologie

Teilnehmer und Dozenten der Iranisch-Deutschen Sommerschule 2016 an der Tehran University of Medical Sciences © BNITM

In Kooperation mit der Tehran University of Medical Sciences (TUMS) führt das Bernhard Nocht Institut für Tropenmedizin (BNITM) zusammen mit der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) zurzeit einen dreiwöchigen Postgraduiertenkurs über Feldepidemiologie durch. Diese Sommerschule in Teheran wird durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) unterstützt und auch in den folgenden Jahren 2017 und 2018 stattfinden. Ziel des Kurses ist es, iranische Mediziner und Wissenschaftler in epidemiologischen Methoden zum Infektionsschutz und zur Bewältigung von Gesundheitskrisen zu schulen.

Infektionskrankheiten können aufgrund der stetig zunehmenden Mobilität der Menschen und dem nationalen und internationalen Austausch von Agrargütern schnell an mehreren oft weit voneinander entfernten Plätzen auftreten. Beispielsweise verursachte das SARS-Coronavirus im Jahr 2002 in kurzer Folge schwere Pneumonie-Fälle auf verschiedenen Kontinenten. Eine weitere Gefahr ist, dass Krankheiten in neue Weltregionen eingeschleppt und dort endemisch werden, d. h. örtlich begrenzt, aber zeitlich unbegrenzt auftreten, wie z.B. das West-Nil-Fieber in Nordamerika oder die Zikavirus-Krankheit in Mittelamerika.

Bei der Ebola-Epidemie in Westafrika in den Jahren 2014-2015 stellte sich heraus, dass eine unkontrollierte Ausbreitung von Infektionskrankheiten nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung, sondern auch das Gesundheits- und Gemeinwesen eines Landes belastet. „Ob sich Infektionskrankheiten unkontrolliert ausbreiten oder eingedämmt werden, hängt stark davon ab, ob es entsprechend ausgebildete Wissenschaftler und Gesundheitsarbeiter vor Ort gibt“, erklärt Norbert Schwarz. Als Beispiel nennt er die Ebola-Bekämpfung in Nigeria: „Mithilfe von in Feldepidemiologie ausgebildeten Kräften konnten konsequent Fälle isoliert, Kontakte identifiziert und somit der Ebola-Ausbruch in Nigeria auf 20 Fälle begrenzt werden.“

Bei der Sommerschule für Angewandte Feldepidemiologie vom 27. August bis 15. September 2016 vermitteln Norbert Schwarz und seine Kolleginnen und Kollegen vom BNITM (Nassim Behjat-Mohammadi, Dr. Daniel Eibach und Prof. Jürgen May), sowie von der HAW und vom UKE in Vorträgen, Gruppenarbeiten zu Fallstudien und praktischen Übungen das nötige epidemiologische Wissen. Zur Kooperationsvereinbarung zwischen BNITM und TUMS sagt Prof. Jürgen May: „Die Sommerschule ist der erste Schritt unserer iranisch-deutschen Kooperation; auf lange Sicht erhoffen wir uns eine fruchtbare Kommunikation in Forschung, Lehre und internationaler Gesundheitssicherstellung.“

v.l.n.r.: Dr. Norbert Schwarz (Privat-Dozent am BNITM), Prof. Kouroush Holakouie Naieni (Kursleiter an der TUMS), Dr. Daniel Eibach (Mikrobiologe am BNITM) und Nassim Behjat-Mohammadi (BTA am BNITM) © BNITM
Short Version in English:

Iranian-German Summer School on Field Epidemiology launched

In cooperation with the Tehran University of Medical Sciences (TUMS), the Bernhard Nocht Institute for Tropical Medicine (BNITM) together with the Hamburg University of Applied Sciences (HAW) and the University Medical Center Hamburg-Eppendorf (UKE) launched a three-week postgraduate course in Field Epidemiology. This summer school is supported by the German Academic Exchange Service (DAAD) and will also take place in 2017 and 2018.