Länderinformationen

Reisen & Impfung - Vietnam

Thema: Reisen & Impfung

Vietnam

Im Norden subtropisch, im Süden tropisch. Temperaturen in Ho-Chi-Minh-Stadt ganzjährig um 27° C.

Impfvorschriften bei der Einreise

Bei unmittelbarer Einreise aus Europa bestehen keine Impfvorschriften. Bei einem Aufenthalt in einem der unten aufgeführten Länder (Gelbfieber-Endemiegebiete) während der letzten 6 Tage vor der Einreise nach Vietnam kann bei der Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfbescheinigung verlangt werden.

Eine Bescheinigung (Impfpass), auf der eine gültige Gelbfieber-Impfung nachgewiesen wird, ist erforderlich bei der Einreise aus den folgenden Ländern:

Angola - Äquatorialguinea - Argentinien - Äthiopien - Benin - Bolivien - Brasilien - Burkina Faso - Burundi - Ecuador - Elfenbeinküste - Französisch Guayana - Gabun - Gambia - Ghana - Guinea - Guinea-Bissau - Guyana - Kamerun - Kenia - Kolumbien - Kongo, Rep. - Kongo, Dem. Rep. - Liberia - Mali - Mauretanien - Niger - Nigeria - Panama - Paraguay - Peru - Ruanda - Senegal - Sierra Leone - Sudan - Suriname - Togo - Trinidad & Tobago - Tschad - Uganda - Venezuela - Zentralafrikanische Republik

Empfohlener Impfschutz

Standardimpfungen entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO). Dazu zählen die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, außerdem ggf. Impfungen gegen Hepatitis A, saisonale Grippe.

Abhängig von Dauer und Art der Reise sowie besonderen Bedingungen während des Aufenthalts (enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, Übernachtungsmodalitäten, Berufs- und Freizeitaktivitäten etc.) kommen möglicherweise weitere Impfungen in Frage. Hier sind das aktuelle Infektionsrisiko in Vietnam, der Gesundheitszustand und besondere Vorerkrankungen des Reisenden sowie sein derzeitig bestehender Impfschutz von Bedeutung. Es ist zu empfehlen, individuell den Rat eines reisemedizinisch ausgewiesenen Arztes oder eines Tropeninstituts einzuholen. Eine reisemedizinische Beratung sollte spätestens vier Wochen vor der geplanten Reise erfolgen, damit sinnvolle/erforderliche Impfungen rechtzeitig durchgeführt werden können. Die Kostenübernahme ist individuell mit der jeweiligen Krankenkasse zu klären. Für Vietnam sind die folgenden Impfungen zu erwägen:

  • Typhus
  • Meningitis (5 Serotypen)
  • Japanische Enzephalitis
  • Herpes zoster (> 50 Jahre)
  • Hepatitis B bei längeren Aufenthalten oder engem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung
  • Tollwut bei Umgang mit Tieren

Eine Auflistung reisemedizinisch qualifizierter Ärzte finden Sie unter http://www.dtg.org/

Malaria

Risiko: Ganzjährig, verstärkt in der Regenzeit. Mittleres Risko besonders im Hochland unterhalb von 1500 Metern (Dak Lak, Kon Tum, Gia Lai, Binh Phuoc, Dak Nong) und in den Küstenprovinzen Quang Tri, Ninh Thuan, Quang Nam und Khanh Hoa. Geringes Risiko in den direkten Küstengebieten. Städte gelten als frei von Malaria, ebenso die Region zwischen Hanoi und der Halong Bay.

Die Mitnahme von Malariamedikamenten für eine Notfallbehandlung („Stand-by Therapie“; verschreibungspflichtig) ist empfohlen. Dies und die Anwendungsmodalitäten sollten jedoch unbedingt vorher mit einem reise- bzw. tropenmedizinisch ausgewiesenen Arzt besprochen werden.

Durch den konsequenten Gebrauch von insektenabwehrenden Substanzen (Repellentien) besonders abends und nachts wird das Risiko der Übertragung einer Malaria deutlich gesenkt.

Weitere sinnvolle Maßnahmen zur Vermeidung von Mückenstichen sind:

  • Abends und nachts Aufenthalt in mückengeschützten Räumen (Räume mit Klimaanlage, Mückengitter an Fenstern und Türen)
  • körperbedeckende Kleidung bei Aufenthalt im Freien, besonders abends und nachts.
  • Insektenbekämpfung im Wohn-/Schlafbereich durch Aerosole, Rauchspiralen u.ä.
  • Schlafen unter einem möglichst imprägnierten Moskitonetz

 

 

Ratschläge zur Reiseapotheke

Statten Sie ihre Reiseapotheke so aus, dass kleinere Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen selbst behandelt werden können. Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen müssen, sollten Sie in ausreichender Menge in Ihrem Handgepäck mitführen. Eine Bestätigung (am besten in Englischer Sprache) der Notwendigkeit der Einnahme dieser Medikamente kann notwendig sein. Die Zusammensetzung Ihrer Reiseapotheke sollte mit einem Arzt besprochen werden. Es empfehlen sich auf jeden Fall Mittel gegen Insektenstiche, Fieber und Schmerzen, Durchfall, Desinfektionsmittel, Pflaster und Verbandsmaterial, Sonnenschutzmittel. Weitere Medikamente (Antibiotikum, Malariamedikamente) können sinnvoll sein.

Aktuelle Meldungen

Aktuell (Stand August 2017) wird über eine Dengue-Epidemie in Vietnam berichtet. Dengue wird in vielen Teilen des Landes inkl. der Städte durch den Stich der tagaktiven Mücke Aedes aegypti übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag und ausgeprägten Gliederschmerzen einher. Da es derzeit weder eine reisemedizinisch etablierte Impfung oder eine Chemoprophylaxe gegen Dengue gibt, besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieser Virusinfektion in der konsequenten Anwendung persönlicher Maßnahmen zur Minimierung von Mückenstichen.

Aus Vietnam wird berichtet, dass Zikavirus-Infektionen auftreten, das Risiko für Infektionen wird als hoch eingeschätzt.

Das Zika-Virus (ZIKV) wird durch Steckmücken auf den Menschen übertragen. Die Erkrankung geht mit Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, einer Entzündung der Augenbindehaut sowie seltener Muskel- bzw. Kopfschmerzen und Erbrechen einher. Der Hautausschlag hält im Mittel sechs Tage an, andere Symptome nehmen früher ab. Häufig verläuft die Infektion asymptomatisch oder nur mit milden Symptomen. Bislang sind nur vereinzelte Todesfälle dokumentiert, die überwiegend mit Vorerkrankungen vergesellschaftet waren.
 Das sehr seltene und als Komplikation von diversen Virusinfektionen bekannte, mit Lähmungen einhergehende Guillain-Barré-Syndrom ist bei ZIKV-Infektionen ebenfalls beschrieben worden. Bislang existiert weder eine zugelassene Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe. Es gibt es vermehrt Berichte aus verschiedenen Ländern, dass ZIKV-Infektionen während der Schwangerschaft mit Fällen einer sog. Mikrozephalie (relativ kleiner Kopfumfang bei Neugeboren häufig einhergehend mit geistiger Behinderung) vergesellschaftet sind.

Das Bernhard-Nocht-Institut empfiehlt (in Übereinstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit und mit dem Auswärtigen Amt) daher folgendes:

Für Schwangere oder Frauen die schwanger werden wollen: Von vermeidbaren Reisen in Zikavirus-Ausbruchsgebiete mit hohem Risiko ist abzuraten. Bei unvermeidbaren Reisen muss auf einen konsequenten ganztägigen Mückenschutz geachtet werden.

Für nicht schwangere Frauen gilt: Nach Verlassen des Landes sollte für 8 Wochen eine Kontrazeption erfolgen.

Für Männer gilt: Da eine sexuelle Übertragbarkeit der ZIKV-Infektion möglich ist, wird nach einer Exposition in den ZIKV-Ausbruchsgebieten bei Sexualverkehr mit Schwangeren Kondomgebrauch für die Dauer der Schwangerschaft empfohlen. Alle Männer sollten unabhängig davon, ob auf der Reise oder kurz danach Symptome einer möglichen ZIKV-Infektion (z.B. Fieber, Hautauschlag, Gelenkschmerzen) aufgetreten sind, nach Rückkehr aus den ZIKV-Ausbruchgebieten ihre Sexualpartner für die Dauer von mindestens 6 Monaten durch Kondomgebrauch schützen (die Viren können über Monate im Sperma nachweisbar sein). Das konkrete Reiseprofil (z.B. Geschäftsreisende, die sich nur kurz im Land und nur in klimatisierten Büros aufhalten) kann die Notwendigkeit der Umsetzung dieser Empfehlung relativieren.

 

 

 

 

Allgemeine Hinweise

Medizinische Versorgung: Es ist mit Einschränkungen bei der ärztlichen und medikamentösen Versorgung zu rechnen. Deshalb ist auf die Bestückung der Reiseapotheke und auf eine Auslandskrankenversicherung mit eventueller Rückholung in das Heimatland besonderer Wert zu legen.

Hinweise zur Sicherheit im Reiseland finden sich auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes www.auswaertiges-amt.de.

Ansprechpartner

Botschaft von Vietnam
Elsenstr. 3, 12435 Berlin
Tel.: +49 (0)30 53630108
Fax: +49 (0)30 53630200
E-Mail: info(at)vietnambotschaft.org
Web: www.vietnambotschaft.org

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
29, Tran Phu, Hanoi
Tel.: 0084 4 - 38 43 02 45
Fax: 0084 4 - 38 45 38 38
E-Mail: info(at)hanoi.diplo.de
Web: www.hanoi.diplo.de

Alle hier gemachten Angaben erfolgen ohne Gewähr
und ersetzen nicht eine reisemedizinische Beratung.