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| 17.05.2017

Europäisches mobiles Labor bewährt sich bei EU Katastrophenschutzübung in Schweden

Seit seinen Einsätzen im verheerenden Ebola-Ausbruch in den Jahren 2014 bis 2016 wurde das vom BNITM koordinierte europäische mobile Labor (EMLab) zuletzt von der WHO für die Demokratische Republik Kongo beim Gelbfieber Ausbruch 2016 angefordert. Seit Juli 2016 ist das EMLab im European Medical Corps (Europäischen Medizincorps, EMC) des EU-Zivilschutz-Mechanismus registriert. Daher ging es für ein Team des EMLabs vom 24. bis 27. April 2017 ausnahmsweise nach Schweden, um an einer groß angelegten europäischen Katastrophenschutzübung teilzunehmen.

Das Krisenszenario auf dem Übungsgelände der Schwedischen Katastrophenschutzschule (MSB) in Revinge in Schweden war eine großflächige Überschwemmung, bei der sich eine noch nicht identifizierte Infektionskrankheit verbreitete. Durch die Überschwemmung war das Gesundheitssystem des fiktiven Lands, Faultland, zusammengebrochen und Faultland forderte Hilfe beim Europäischen Katastrophenschutz (EU Civil Protection Mechanism) an. Daraufhin wurden sechs Module aus dem Europäischen Notfalleinsatzsystem (European Emergency Response Capacity) nach Faultland geschickt: ein EU-Katastrophenschutzteam zur Koordinierung, ein Team zur technischen Unterstützung aus Österreich, zwei Teams zur medizinischen Versorgung aus Italien und Spanien, sowie zwei mobile Labore – eins aus Belgien und das EMLab aus Deutschland.

Das Europäische mobile Labor (EMLab) wurde in Kisten verpackt mit einem Transporter (links oben) im April 2017 zum MSB Katastrophenschutzübungsgelände in Revinge, Schweden, gebracht und dort in einem Klassenzimmer (rechts unten) in einer Schule (rechts oben) aufgebaut. ©EMLab

Aufgabe des EMLabs war es, im Krisengebiet ein Labor aufzubauen und die Übungsproben dort zu analysieren. Dazu fuhren acht Mitglieder des EMLab Konsortiums von Hamburg aus mit Kleintransportern nach Schweden und transportieren dabei ihre Ausrüstung in Spezialkoffern selbst mit. EMLab Projektmanager Dr. Martin Gabriel beschreibt die Einsatzbedingungen so: „Untergebracht war das EMLab-Team in eigenen Zelten und  das mobile Labor wurde in einem ehemaligen Klassenraum auf dem Übungsgelände eingerichtet. So würden wir auch Krisenfall arbeiten: Wir versuchen die vorhandene Infrastruktur zu nutzen und arbeiten mit anderen Organisationen zusammen.“ Wie der Einsatz aussah zeigt ein Video der Übung: Faultland INN newsflash 3 Sweden ModexFalck.

Mit dieser Übung wurde auf die Probe gestellt, wie einzelne Module des Europäischen Notfalleinsatzsystems arbeiten und koordiniert werden, wie sie sich selbst versorgen und mit anderen kompatibel sind. Zudem konnten die Teams so den Ernstfall proben und ihre Arbeitsabläufe und Ausrüstung optimieren. Für den EMLab-Koordinator Prof. Stephan Günther war es eine gelungene Übung: „Die EU hat uns hiermit eine gute Chance zur Vernetzung geboten, sowohl mit unseren nationalen und europäischen EMLab Partnern, als auch innerhalb des Europäischen Medizincorps. Damit sind wir gut gewappnet für kommende Krisenfälle.“

EMLab-Team bei der EU-Katastrophenschutzübung in Revinge in Sweden im April 2017 ©EMLab

Im Einsatz für das EMLab waren vor Ort in Schweden zwei Personen vom RKI in Berlin, eine Person vom Institut für Virologie in Marburg, eine Person vom INMI Spallanzani in Rom, eine Person vom INSERM-P4 in Lyon, eine Person vom National Center for Epidemiology in Budapest und zwei Personen vom BNITM in Hamburg. Weitere Informationen zu den Mitgliedern des EMLab Konsortiums finden Sie unter www.emlab.eu/partners.

Das European Medical Corps (EMC) wurde 2016 innerhalb des EU-Zivilschutz-Mechanismus (EU Civil Protection Mechanism) eingerichtet, nachdem die Ebola-Krise gezeigt hatte, wie wichtig es ist, Hilfskapazitäten für medizinische Krisen, wie z.B. Epidemien, vorzuhalten und schnell zu reagieren. Bei Notfällen innerhalb und außerhalb der EU kann das EMC rasch medizinische Betreuung und gesundheitliches Fachwissen bereitstellen, indem es Ausstattung und Teams aus zurzeit elf EU-Mitgliedstaaten (BE, LU, ES, DE, CZ, FR, NL, FI, SE, IT, RO) bereithält. Beteiligt sind medizinische Notfallteams, Gesundheitsteams, Experten für die medizinische Auswertung und Koordinierung, mobile Diagnostiklabore (u.a. EMLab), Kapazitäten für die medizinische Evakuierung sowie Teams zur logistischen Unterstützung.