Mitteilung

Pressemitteilung

| 04.07.2003

Empfehlungen zu Hepatitis A

Auch das Hamburger Tropeninstitut empfiehlt Türkeireisenden die Impfung gegen Hepatitis A bei entsprechender Indikation.

"Das Risiko durch Hepatitis A in der Türkei und anderen Reisezielen in Südeuropa ist seit langem bekannt. Wir wünschen uns, dass Reisende auch durch die Reiseanbieter für eine Gesundheitsvorsorge sensibilisiert werden," so Prof. Burchard, Chefarzt der Tropenklinik am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg.

Die kürzlich bekannt gewordene Untersuchung über die Verbreitung von Hepatitis A in der Türkei sei jedoch kein Grund zur Panik. Die Übertragungswahrscheinlichkeit hängt ab von der Art der Unterbringung, der Nahrungsmittelzubereitung, dem Verhalten der Reisenden und der Aufenthaltsdauer.

"Die Hepatitis A Impfung ist aber eine gute Vorsorge, die wir bei Türkeireisen grundsätzlich empfehlen", sagt Burchard. Hier bestehe im übrigen Übereinstimmung mit den anderen tropenmedizinischen Einrichtungen in Deutschland.

Impfsprechstunde
in der Ambulanz des Tropeninstituts,
Bernhard-Nocht-Str. 74, 20359 Hamburg
(ohne Voranmeldung)
Mo, Mi, Fr: 12-14 Uhr
Di, Do: 16-18 Uhr

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Hintergrund: Hepatitis A
Das Hepatitis-A-Virus wird im wesentlichen durch verunreinigte Speisen, Getränke und Wasser sowie bei mangelnder Hygiene zwischen "Toilette und Tisch" (fäkal-oral) übertragen. Die Erkrankung verläuft in der Regel mild. In 1-3% der Erkrankungen kann es zu sehr schweren Verläufen, Todesfälle sind möglich. Keine chronischen Verläufe. Das Erkrankungsrisiko wurde in einer englischen Studie bei ungeimpften Reisenden in tropische Länder auf 0,05% geschätzt (Behrens, BMJ, 1995)Eine Hepatitis A verläuft bei Kleinkindern meistens leicht; es besteht aber eine Ansteckungsgefahr für ungeschützte Erwachsene, die dann schwer erkranken können.

Der Impfstoff wird im allgemeinen gut vertragen. In Deutschland steht auch ein Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und Hepatitis B zur Verfügung. Bei Reisenden, die vor 1950 geboren sind, ist eine vorherige Bestimmung der Antikörper im Blut empfehlenswert, da in dieser Altersgruppe z.B. in Hamburg bei ca. 50% bereits Schutz nach durchgemachter Infektion in Kindesalter besteht.

In Deutschland wurden laut Statistik des Robert-Koch-Instituts im Jahr 2002 rund 1500 Hepatitis-A-Erkrankungen registriert. Von den 1319 Fällen mit Angaben zum Infektionsland waren 511 aus dem Ausland importierte Fälle (davon 1/3 aus der Türkei).

Weitere Informationen:
www.gesundes-reisen.de

Kontakt:
Dr. Eleonora Schönherr
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
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