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Pressemitteilung

| 05.01.2012

Infektionsforscher durchleuchten zellulären Nanokosmos

Forschungsverbund setzt auf Ergebnisse moderner bildgebender Verfahren

Hamburg, 5. Januar 2012 – Die aktuellen Entwicklungen in der Kombination von Fluoreszenztomographie und klassischer Mikroskopie setzen neue Maßstäbe in der Infektionsforschung: Sie helfen Wissenschaftlern, komplexe Vorgänge während einer Infektion mit Viren, Bakterien oder Parasiten bis in die Details zu entschlüsseln. Die modernen bildgebenden Verfahren und ihre Ergebnisse werden Thema des internationalen Symposiums „Imaging Infection 2012“ sein, das vom 19. bis 20. Januar am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg stattfinden wird. Veranstalter ist das Leibniz Center Infection (LCI), ein Zusammenschluss der führenden norddeutschen Leibniz-Institute zur Infektionsforschung, dem BNI, Forschungszentrum Borstel (FZB) und Heinrich-Pette-Institut (HPI).

[Zum Artikel im Hamburger Abendblatt, 20.01.2012: Wie Mikroben unseren Körper kapern]

Auf dem internationalen Symposium des LCI werden Wissenschaftler ihre neuesten Techniken, beispielsweise 4D-mikroskopische Filme, vorstellen und ihre aktuellen Ergebnisse diskutieren, um im Kampf gegen Infektionen des 21. Jahrhunderts wie Hepatitis, Herpes, Tuberkulose oder Malaria erfolgreich zu sein. „Neueste bildgebende Verfahren sollen uns Infektionsforschern helfen, noch unbekannte Achillesfersen von Krankheitserregern zu identifizieren, um neue Medikamente zu finden. Denn noch immer sterben jährlich weltweit über neun Millionen Menschen an Infektionskrankheiten“, sagt Prof. Ulrich E. Schaible, Leiter des FZB und LCI-Sprecher.

„Imaging Infection 2012“ January 19 - 20
Historic Lecture Hall of the Bernhard Nocht Institute for Tropical Medicine
Bernhard-Nocht-Straße 74, 20359 Hamburg
Programme, Registration or Questions: press@lc-infection.com

Die Veranstaltung wird den wissenschaftlichen Austausch fördern, um zukünftig innovative bildgebende Verfahren für ihren Einsatz in der Infektionsforschung optimal kombinieren zu können. „Wir werden den Ablauf einer Infektion auf allen Ebenen – vom Molekül bis zu komplexen Gewebestrukturen – noch besser beobachten und verstehen können“, erklärt Schaible.

Einblick in das Programm:

Im Fokus stehen Infektionserreger wie Hepatitis- oder Herpes-Viren, Tuberkelbazillen und Malariaparasiten. So wendet Prof. Beate Sodeik von der Medizinischen Hochschule Hannover beispielsweise innovative bildgebende Verfahren an, um Ultrastrukturen des Herpes Simplex Virus darzustellen. Die Virologin kann dadurch die Zusammensetzung der Virushülle und die Virusvermehrung in lebenden Zellen beobachten.

Hintereinander geschaltete Hightech-Abbildungsverfahren wie X-ray Fluoreszenztomographie, Magnetresonanztomographie und hochauflösende Fluoreszenz- und Elektronenmikroskopie machen eine strukturelle 3D-Analyse infizierter Organismen möglich. Das Besondere: Wissenschaftler können während der Infektion intakte Zellen im Organismus (in vivo) beobachten. Um diese Verfahren anwenden zu können, sind modernste Markermoleküle erforderlich. Dr. Heinrich Hohenberg und Dr. Rudolph Reimer vom HPI werden hoch effiziente Nanomarker vorstellen, die sie nutzen, um infizierte Systeme zu charakterisieren.

Die 4D-Technologie vereint Raum- und Zeitskalen und wird unter anderem von Prof. Ron Germain vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases in Bethesda (USA) und Dr. Tobias Spielmann, BNI, genutzt. Im lebenden Organismus untersucht die Gruppe um Germain die Immunantwort auf Impfstoffe und Infektionserreger. Hierfür verwenden die Wissenschaftler die sogenannte Intravitale Multiphotonen Mikroskopie, um ausreichend viele Schnittbilder für eine computersimulierte 4D-Filmsequenz zu erhalten. Die Gruppe um Spielmann wiederum nutzt die 4D-Technik, um die Infektion von Blutzellen durch Malariaparasiten zu beobachten. Erst im vergangenen Jahr konnte die Gruppe neue Ergebnisse veröffentlichen, die zukünftig in die Medikamentenentwicklung einfließen können, um rund 225 Millionen Malaria-infizierten Menschen zu helfen.


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Bildmaterial: Dr. Eleonora Setiadi, press@lc-infection.com, Tel. 040 42818-264

 

Einladung für Pressevertreter/-innen: Sie sind herzlich eingeladen, an dem internationalen Symposium teilzunehmen. Um Anmeldung, auch bei speziellen Interviewwünschen zu Themen der Veranstaltung, wird gebeten: press@lc- infection.com, Tel. 040 42818-264.

Für ein individuelles Pressegespräch stehen am 19.01.2012 LCI-Wissenschaftler zur Verfügung:

Prof. Thomas Dobner (Heinrich-Pette-Institut – Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie, Hamburg)

Prof. Rolf Horstmann (Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Hamburg)

Prof. Ulrich E. Schaible (Forschungszentrum Borstel, Borstel)

Kontaktdaten der LCI-Institute:

Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI)
Bernhard-Nocht-Straße 74
20359 Hamburg
Tel.: +49 (0)40/42818-0
Fax: +49 (0)40/42818-265
www.bnitm.de

Forschungszentrum Borstel – Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften (FZB)
Parkallee 1-40
23845 Borstel
Tel.: +49 (0)4537/188-0
Fax: +49 (0)4537/188-2091
www.fz-borstel.de

Heinrich-Pette-Institut – Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI)
Martinistrasse 52
20251 Hamburg
Tel.: +49 (0)40/48051-100
Fax: +49 (0)40/48051-103
www.hpi-hamburg.de

 

Über das Leibniz Center Infection:
Infektionskrankheiten sind weltweit die häufigste Todesursache. Die drei norddeutschen Leibniz-Institute, das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, das Forschungszentrum Borstel – Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften und das Heinrich-Pette-Institut – Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie - gründeten deshalb das Leibniz Center Infection (LCI). Dem Exzellenzanspruch der Leibniz-Gemeinschaft verpflichtet, erforschen im LCI rund 600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wichtige Infektionskrankheiten des Menschen wie Malaria, HIV/AIDS, Tuberkulose und Influenza. Das LCI nutzt sowohl die fachlichen und methodischen Kompetenzen als auch die lokale Nähe der drei Partnerinstitute, um die wissenschaftliche Expertise zu optimieren. So werden neue Synergien für interdisziplinäre Projekte in der Parasitologie, Bakteriologie und Virologie entwickelt und eine langfristig erfolgreiche, international kompetitive Infektionsforschung geschaffen mit dem Ziel, den Transfer der Forschungsergebnisse in die klinische Anwendung zu verbessern.