Mitteilung

Pressemitteilung

| 19.08.2002

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt zu Gast im Tropeninstitut

Die Erforschung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten stärken

Anlässlich ihres heutigen Besuchs des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) und des Heinrich-Pette-Instituts für experimentelle Virologie und Immunologie an der Universität Hamburg (HPI) erklärt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt:

"Das Auftreten neuer und die Rückkehr alter Erreger machen die Erforschung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten zu einer zentralen Aufgabe. Das BNI und das HPI sind Eckpfeiler für die Erforschung und Bekämpfung schwerstwiegender Infektionskrankheiten. Deshalb müssen wir den anerkannt hohen wissenschaftlichen Standard, den sich beide Institute erarbeitet haben, sichern und ausbauen. Die Bundesregierung hat mit ihrer finanziellen Unterstützung notwendiger Erweiterungsbauten wirksam in die Zukunft der beiden Institute investiert. Aufgrund der beengten und erneuerungsbedürftigen räumlichen Situation des BNI wurden von Bund und Land insgesamt 19,43 Mio. Euro für einen Erweiterungsbau am Institut, ein Hochsicherheitslabor, zur Verfügung gestellt. Für einen Neubau des HPI bewilligten Bund und Land zusätzliche Mittel von insgesamt 16,15 Mio. Euro."

Malaria, Lassa-Fieber und andere importierte Tropenkrankheiten sind in Deutschland seltene, aber ernste Erkrankungen, die nicht zum ärztlichen Standardrepertoire gehören. Daher sind die Experten im Bernhard-Nocht-Institut wichtige Ansprechpartner für Ärzte und Labormediziner, wenn es um Fragen der Erkennung und Behandlung solcher Krankheiten geht. Das Institut ist auch Anlaufstelle, wenn Bürgerinnen und Bürger durch Meldungen wie "Masern in Italien", "Denguefieber in Thailand" oder, um ein aktuelles Beispiel zu nennen, "West-Nil-Virus in den USA", verunsichert sind.

Das im Jahr 1900 gegründete BNI ist die älteste und größte Einrichtung für tropenmedizinische Forschung in Deutschland und hat seit Jahresbeginn die Funktion eines "Nationalen Referenzzentrums für tropische Infektionserreger". Es vereint unter einem Dach tropenmedizinische Grundlagenforschung, eine Klinik zur Behandlung von Tropenkrankheiten, eine reisemedizinische Beratungsstelle und ein hochspezialisiertes Diagnostiklabor. Das BNI führt Forschungsprojekte in verschiedenen tropischen Ländern durch und unterhält eine kooperative Forschungsstation an der Universität von Kumasi in Ghana. Zu den Forschungsschwerpunkten zählen insbesondere Malaria, Flussblindheit, Amöbiasis und tropische Fieberviren, wie das Lassa-, Ebola- und Dengue-Virus. Für die Erkennung und Behandlung von hochinfektiösen, sog. hämorrhagischen (mit Blutungen verbundenen) Fieberkrankheiten ist das Tropeninstitut mit einem Hochsicherheitslabor und speziellen Isolierbetteinheiten ausgerüstet. Die Tropenklinik des Instituts behandelte im Jahr 2001 mehr als 7000 Patienten, v. a. Reiserückkehrer und Migranten.

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