Mitteilung

Pressemitteilung

| 27.03.2002

Neubau für das Hamburger Tropeninstitut

Jury-Entscheid im Architektenwettbewerb

Am Montag hat eine namhaft besetzte Jury unter der fachlichen Leitung des Dortmunder Architekten Prof. Eckhard Gerber die Preisträger des Architektenwettbewerbs für eine Erweiterung des Hamburger Tropeninstituts gekürt. Beteiligt am Wettbewerb sind das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (als Bauherr), die Behörde für Gesundheit und Umwelt sowie die Behörde für Bau und Verkehr.
Wettbewerbs-Aufgabe war die Erstellung eines funktionellen und gestalterischen Konzepts für ein wegweisendes Laborgebäude über den Landungsbrücken neben dem denkmalgeschützten, knapp 100 Jahre alten Institutsgebäude. Veranstalter das Bernhard-Nocht-Institut im Einvernehmen mit der Behörde für Bau und Verkehr.
Aus insgesamt 65 Bewerbern wurden im Dezember 2001 acht qualifizierte und interdisziplinär zusammengesetzte Teams aus Architekturbüros, Gebäudetechnikern, Laborspezialisten und Tragwerksplanern ausgewählt, um diese schwierige Aufgabe zu lösen. Mit den sehr unterschiedlichen Lösungsansätzen präsentierte sich der Jury ein vielfältiges Angebot, das außer auf die anspruchsvolle Funktionalität intensiv auf die städtebaulichen und denkmalpflegerischen Verträglichkeiten der Hamburger Stadtsilhouette über den St.-Pauli-Landungsbrücken zu prüfen war.
Besonders bedeutsam war die Funktionsfähigkeit der speziellen Laboreinrichtungen. Mit dem Ausbau der Kapazität an Hochsicherheitslaboratorien ist das Ziel verbunden, die internationale Stellung des Instituts zu sichern und den heutigen wie auch zukünftigen Anforderungen anzupassen:
"Die Forschungsleistungen des Bernhard-Nocht-Instituts sind überregional bedeutsam und von gesamtstaatlichem, wissenschaftspolitischem Interesse. Ebenfalls von überregionaler Bedeutung sind die Krankenversorgungsleistungen der Klinischen Abteilung sowie das stark nachgefragte Weiterbildungsangebot und die mikrobiologischen Diagnostikleistungen des BNI. Durch den Wissenschaftleraustausch und den damit verbundenen Technologietransfer in tropische Entwicklungsländer sowie die Beratung nationaler und internationaler Organisationen wird außerdem entwicklungspolitischen Belangen Rechnung getragen." (Zitat aus der Machbarkeitsstudie)´.
Angesichts dieses vielfältigen Aufgabenspektrums führte die seit langem unzureichende räumliche Ausstattung des Institut immer wieder zu Engpässen bei der Durchführung wissenschaftlicher Arbeiten und der Einwerbung weiterer Drittmittel. Seit den Ereignissen des 11. September 2001 in Amerika sind darüber hinaus die Anforderungen an die spezielle medizinische Diagnostik enorm gestiegen. Auch das Bundesgesundheitsministerium drängt daher auf einen schnellen Baubeginn und eine Inbetriebnahme bereits im Jahr 2004.
Der Erweiterungsbau, finanziert vom Bundesgesundheitsministerium und der Stadt Hamburg mit einem Volumen von knapp 20 Mio EURO, ebnet dem Bernhard-Nocht-Institut den Weg für die Weiterentwicklung zu einem europäischen Zentrum für Tropenmedizin.


Die Entwürfe der Architekten sind ausgestellt
vom 28. März bis 12. April 2002 - werktags von 8.oo bis 19.oo Uhr
in der Behörde für Bau und Verkehr, Stadthausbrücke 8, 20459 Hamburg


1. PREIS (dotiert mit 35.000 Euro) : Susanne Gross - in Kister Scheithauer Gross
Architekten und Stadtplaner, Köln
PartnerInnen : Prof. Johannes Kister, Reinhard Scheithauer, Susanne Gross
MitarbeiterInnen : A. Betz, E. Mertens, J. Cassidy, M. Akkad
zusammen mit
Dr.-Ing. Udo Weber - in Weber & Partner
Ingenieurgesellschaft für technische Gesamtplanung mbH, Köln
Fachplaner Laborplanung : Klaus Söhngen, eretec GmbH, Gummersbach
und
Dr.-Ing. Wolfgang Naumann - in Dr.-Ing. W. Naumann & Partner
Ingenieurgesellschaft mbH, Köln
PartnerInnen : Michael Naumann, Uta Naumann-Rehberg
Mitarbeiter : Jörg Bettge

Jury-Entscheid im Architektenwettbewerb

Am Montag hat eine namhaft besetzte Jury unter der fachlichen Leitung des Dortmunder Architekten Prof. Eckhard Gerber die Preisträger des Architektenwettbewerbs für eine Erweiterung des Hamburger Tropeninstituts gekürt. Beteiligt am Wettbewerb sind das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (als Bauherr), die Behörde für Gesundheit und Umwelt sowie die Behörde für Bau und Verkehr.

Wettbewerbs-Aufgabe war die Erstellung eines funktionellen und gestalterischen Konzepts für ein wegweisendes Laborgebäude über den Landungsbrücken neben dem denkmalgeschützten, knapp 100 Jahre alten Institutsgebäude. Veranstalter das Bernhard-Nocht-Institut im Einvernehmen mit der Behörde für Bau und Verkehr.

Aus insgesamt 65 Bewerbern wurden im Dezember 2001 acht qualifizierte und interdisziplinär zusammengesetzte Teams aus Architekturbüros, Gebäudetechnikern, Laborspezialisten und Tragwerksplanern ausgewählt, um diese schwierige Aufgabe zu lösen. Mit den sehr unterschiedlichen Lösungsansätzen präsentierte sich der Jury ein vielfältiges Angebot, das außer auf die anspruchsvolle Funktionalität intensiv auf die städtebaulichen und denkmalpflegerischen Verträglichkeiten der Hamburger Stadtsilhouette über den St.-Pauli-Landungsbrücken zu prüfen war.

Besonders bedeutsam war die Funktionsfähigkeit der speziellen Laboreinrichtungen. Mit dem Ausbau der Kapazität an Hochsicherheitslaboratorien ist das Ziel verbunden, die internationale Stellung des Instituts zu sichern und den heutigen wie auch zukünftigen Anforderungen anzupassen:

"Die Forschungsleistungen des Bernhard-Nocht-Instituts sind überregional bedeutsam und von gesamtstaatlichem, wissenschaftspolitischem Interesse. Ebenfalls von überregionaler Bedeutung sind die Krankenversorgungsleistungen der Klinischen Abteilung sowie das stark nachgefragte Weiterbildungsangebot und die mikrobiologischen Diagnostikleistungen des BNI. Durch den Wissenschaftleraustausch und den damit verbundenen Technologietransfer in tropische Entwicklungsländer sowie die Beratung nationaler und internationaler Organisationen wird außerdem entwicklungspolitischen Belangen Rechnung getragen." (Zitat aus der Machbarkeitsstudie)´.

Angesichts dieses vielfältigen Aufgabenspektrums führte die seit langem unzureichende räumliche Ausstattung des Institut immer wieder zu Engpässen bei der Durchführung wissenschaftlicher Arbeiten und der Einwerbung weiterer Drittmittel. Seit den Ereignissen des 11. September 2001 in Amerika sind darüber hinaus die Anforderungen an die spezielle medizinische Diagnostik enorm gestiegen. Auch das Bundesgesundheitsministerium drängt daher auf einen schnellen Baubeginn und eine Inbetriebnahme bereits im Jahr 2004.
Der Erweiterungsbau, finanziert vom Bundesgesundheitsministerium und der Stadt Hamburg mit einem Volumen von knapp 20 Mio EURO, ebnet dem Bernhard-Nocht-Institut den Weg für die Weiterentwicklung zu einem europäischen Zentrum für Tropenmedizin.


Die Entwürfe der Architekten sind ausgestellt
vom 28. März bis 12. April 2002 - werktags von 8.00 bis 19.00 Uhr
in der Behörde für Bau und Verkehr, Stadthausbrücke 8, 20459 Hamburg


1. PREIS (dotiert mit 35.000 Euro) : Susanne Gross - in Kister Scheithauer Gross
Architekten und Stadtplaner, Köln
PartnerInnen : Prof. Johannes Kister, Reinhard Scheithauer, Susanne Gross
MitarbeiterInnen : A. Betz, E. Mertens, J. Cassidy, M. Akkad
zusammen mit
Dr.-Ing. Udo Weber - in Weber & Partner
Ingenieurgesellschaft für technische Gesamtplanung mbH, Köln
Fachplaner Laborplanung : Klaus Söhngen, eretec GmbH, Gummersbach
und
Dr.-Ing. Wolfgang Naumann - in Dr.-Ing. W. Naumann & Partner
Ingenieurgesellschaft mbH, Köln
PartnerInnen : Michael Naumann, Uta Naumann-Rehberg
Mitarbeiter : Jörg Bettge

Ansicht des erstplazierten Entwurfes
Ansicht des erstplazierten Entwurfes

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Die weiteren Preisträger des Wettbewerbs sind :

2. PREIS (dotiert mit 21.000 Euro) : Architekten Schweger + Partner
Hamburg
Partner : Prof. Wilhelm Meyer
Mitarbeiterinnen : Dipl.-Ing. Nicole Döhr, Dipl.-Ing. Anna-Cathrin Jureit
zusammen mit
Kuehn Bauer Partner,Beratende Ingenieure GmbH, Hallbergmoos
Mitarbeiter : Dirk Mattner, Oliver Ermisch, Günther Hammitzsch
und
Ingenieurbüro Dr.-Ing. R.H. Meyer, Kassel
Mitarbeiter : Dipl.-Ing. Joh.-Otto Wiemer, Dipl.-Ing. Fried Frank

3. PREIS (dotiert mit 14.000 Euro) : Wilhelm und Partner
Freie Architekten, Lörrach
PartnerInnen : Dipl.-Ing. Barbara Wilhelm BDA, Prof. Fritz Wilhelm BDA, Dipl.-Ing. Frank Hovenbitzer M.A.
MitarbeiterInnen : Dipl.-Ing. Anna Ding, cand.arch. Patrick Winterhalter
Fachplaner Laborplanung : Peter Lüdin, Ramlinsburg, Schweiz
zusammen mit
Gruneko AG
Ingenieure für Energiewirtschaft, Basel, Schweiz
Partner : Thomas Weidlich, Arthur P. Moser
und
Ingenieurgruppe Flösser GmbH
Beratende Bauingenieure Planungsgesellschaft mbH, Bad Säckingen
Partner : Bernhard Strasser
Mitarbeiter : Klaus Lörracher


JURY-BEURTEILUNG DES MIT DEM 1. PREIS AUSGEZEICHNETEN ENTWURFS
IM WETTBEWERB FÜR DIE ERWEITERUNG DES BERNHARD-NOCHT-INSTITUTS IN HAMBURG
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DER ARCHITEKTEN KISTER - SCHEITHAUER - GROSS, KÖLN

Eines der berühmtesten Institute dieser Welt baut eine Erweiterung an der prominentesten Stelle Hamburgs in der Nachbarschaft des berühmtesten Architekten der Stadt und die Verfasser empfehlen : Zeigt es mit Mut, Selbstbewusstsein, aber auch der gebotenen Rücksichtnahme !
Richtig - auf den ersten Blick ist der Vorschlag überraschend, etwas gewöhnungsbedürftig, vielleicht auch eine Spur zu abgeschlossen und kraftvoll. Ein genaueres Hinsehen lehrt aber:
Der vorgeschlagene Solitär reagiert auf den historischen und denkmalgeschützten Schumacherbau, dem heutigen Sitz des Bernhard-Nocht-Instituts, sehr viel präziser und einfühlsamer, als es wohlwollende Anpassungsarchitektur, gläserne Auflösung oder technocide Fassadenakrobatik vermag. Er begreift, dass der Schumacherbau das Gebäudeensemble des Bernhard-Nocht-Institutes bereits zu einem Abschluss gebracht hat und deshalb keine analoge Anbauarchitektur verträgt.
Stattdessen wird eine unerwartete steinerne Skulptur vorgeschlagen, die als Sonderbauwerk zwischen Bernhard-Nocht-Institut und anschließender Wohnbebauung mit dem Backstein als Material die Verbindung sucht, mit den leicht geneigten und gegeneinander versetzten Dächern das Kopfgebäude betont und durch unterschiedliche Fenstereinschnitte die Proportionen des Schumacherbaus aus Sockel, 3-geschossiger Hauptfassade und Dach präzise aufnimmt und neu interpretiert.
Schließlich inszeniert die schräge Fassade zum Schumacherbau mit dem über mehrere Geschosse reichenden großen "Stadtfenster" den Bestand in unaufdringlicher Manier mit seiner ganzen architektonischen Bedeutung und stellt hochattraktive Blickbeziehungen zu den Landungsbrücken und dem Hafen her.
Dennoch: Es ist eine Architektur, die zur Parteinahme herausfordert, zur Zustimmung oder Ablehnung. So sind auch im Preisgericht die Meinungen geteilt. Ein unbestritten ausdrucksstarkes Gebäude, das aber nicht jedermanns Zustimmung finden wird.
Unverständlich bleibt bei dem eigentlich einfachen städtebaulichen Grundriss, der sich weitgehend an den Vorgaben orientiert, warum im Innern doch einige Funktionsmängel zu beklagen sind. Dies betrifft die zu geringe Fläche der Technikzentrale im Dachgeschoss einschließlich der fehlenden Zugangsmöglichkeit, die fehlenden Versorgungsschächte und die unglückliche Lage des Lastenaufzuges, die in der vorgeschlagenen Form nicht akzeptabel ist.
Die Jury hat den Verfassern des Entwurfes zur notwendigen funktionalen und technischen Optimierung einige wichtige Hinweise gegeben, die nun erst einmal innerhalb eines kurzen Zeitrahmens gemeinsam mit den Nutzern des Instituts zu bearbeiten sind.

Rückfragen:
Behörde für Bau und Verkehr, Pressestelle
Claudia Eggert
Tel.: 428 40 - 20 51 / 20 58, Fax.: 428 40 - 37 35
E-Mail: claudia.eggert(at)bb.hamburg.de

Bernhard-Nocht-Institut
Dr. Eleonora Schönherr
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 40 42818-264
Fax: +49 40 42818-265
E-Mail: presse(at)bnitm.de