Mitteilung

Pressemitteilung

| 27.03.2002

Entwicklung feinerer Nachweisverfahren für biologische Kampfstoffe

Neue Arbeitsgruppe am Tropeninstitut

Das Bundesgesundheitsministerium hat Professor Dr. Bernhard Fleischer vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut rund 1,6 Millionen Euro bewilligt, um neue Nachweisverfahren für bioterroristisch nutzbare Infektionserreger zu entwickeln. Der Haushaltsausschuss der Bundesregierung stellte die Mittel im Rahmen eines Programmes zur Terrorbekämpfung zur Verfügung, zu dem auch der Ausbau der diagnostischen Kapazitäten im Bundesgebiet gehört. Nach der Ernennung zum Nationalen Referenzzentrum und der zugesagten baulichen Erweiterung des Instituts bedeutet dies eine weitere Stärkung der renommierten Hamburger Traditionseinrichtung.

Durch die Maßnahme wird zunächst bis 2005 eine Arbeitsgruppe mit vier neuen Stellen geschaffen. Sie soll zum einen neue Methoden etablieren, zum anderen das Spektrum der nachweisbaren seltenen Krankheitserreger erweitern und diese Kenntnisse an andere nationale Institutionen weitergeben.

Das Tropeninstitut hatte nach den US-amerikanischen Milzbrand-Attentaten im vergangenen Herbst bereits sehr schnell Nachweismethoden für Anthrax etabliert und über 200 Briefe aus Hamburg, Niedersachsen und dem übrigen Bundesgebiet auf Spuren des Milzbrand-Erregers untersucht.

Für die Erkennung und Behandlung von Krankheiten ist das Tropeninstitut mit einem Hochsicherheitslabor und einer speziellen Isolierbetteinheit ausgerüstet. Das Institut verfügt als Nationales Referenzzentrum für Tropische Infektionen über das breiteste Nachweisspektrum von Erregern in Deutschland, darunter seltene Erreger wie Pocken-, Ebola- und Lassavirus. Im Herbst 2000 fuhren Mitarbeiter zu einem WHO-Hilfseinsatz anlässlich der Ebola-Epidemie in Uganda. Zum Einsatz kamen die Experten des BNI auch bei einem Gelbfieberfall in Berlin 1999, bei Lassafällen in Würzburg, Wiesbaden und Leiden (Holland) im Jahr 2000 und bei der Aufklärung zweier Verdachtsfälle im Jahr 2001, bei denen ein hämorrhagisches Fieber rasch ausgeschlossen werden konnte.

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