Mitteilung

Pressemitteilung

| 17.08.2001

Internationale Konferenz im Bernhard-Nocht-Institut

Kampf gegen die Flussblindheit

Das Bernhard-Nocht-Institut (BNI) veranstaltet vom 19.-22. September 2001 in Zusammenarbeit mit der WHO eine internationale Tagung, an der die weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Filarienforschung teilnehmen werden. Nach jetzigem Stand sind es 120 Teilnehmer aus 22 Ländern. Trotz langjähriger Bemühungen sind weltweit immer noch 200 Millionen Menschen mit Filarien (parasitischen Würmern) infiziert und leiden an Krankheiten wie Flussblindheit und Elefantiasis, die unter dem Begriff "Filariasis" zusammengefasst werden.

Durch die Teilnahme vieler Wissenschaftler aus den Endemiegebieten, die sich vornehmlich mit Problemen der Verbreitungskontrolle und Diagnostik auseinandersetzen, ist die Konferenz ein Treffpunkt für Forscher aus der anwendungsorientierten und der Grundlagen-Forschung.

Besondere Bedeutung bekommt die Konferenz jedoch dadurch, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse in die Planung der zukünftigen WHO-Bekämpfungsstrategien für diese Krankheiten einfließen werden. Den Abschluss der Tagung bilden Diskussionsforen, in denen zu drei zentralen Themen Übersichten erarbeitet werden:

(A) Stand der Technik: Chemotherapie der lymphatischen Filariasis (Elefantiasis) und der Onchozerkose (Flussblindheit)
(B) Immunologie: Aussichten für neue Diagnostikmethoden und Impfungen
(C) Medikamentenentwicklung

Aus diesen Übersichten ergeben sich Empfehlungen für weitere Forschungsansätze in den WHO-initiierten Programmen zur Ausrottung der Filariasis. Der Bericht der Hamburger Konferenz wird Diskussionsgrundlage eines weiteren internationalen Treffens im Februar 2002 sein, das speziell diesen Programmen gewidmet ist. Daher ist die Konferenz eine perfekte Gelegenheit, den Boden für weitere Runden im Kampf gegen die Filariasis zu bereiten.

Zum Auftakt der Tagung wird zum ersten Mal seit 1987 wieder ein Forscher mit der Bernhard-Nocht-Medaille ausgezeichnet, die 1925 von der "Vereinigung der Freunde des Tropeninstituts Hamburg e.V." für besondere Verdienste um die Tropenmedizin gestiftet wurde. Der Preisträger Dr. Eric Ottesen hat sich in langjähriger Tätigkeit beim amerikanischen NIH und der WHO besonders der Bekämpfung von Flussblindheit und Elefantiasis gewidmet. Er leitet seit August das "Lymphatic Filariasis Support Center" der Bill and Melinda Gates Foundation in Atlanta.

Weitere Informationen:
Konferenz-Programm (Englisch)
Abstractband als PDF-Datei (Englisch)
Hintergrund: Flussblindheit

Hintergrund: Filariasis-Forschung am Bernhard-Nocht-Institut

Kontakt:
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Priv.-Doz. Dr. Achim Hörauf (hoerauf(at)bni-hamburg.de)
Tel. 040/4 28 18-301
oder
Prof. Dr. Bernhard Fleischer (fleischer(at)bni-hamburg.de)
Tel. 040/4 28 18-401