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Allgemeine Information

| 27.03.2014

Ebola – Virologen reisen nach Guinea

Aktueller Stand & Hintergründe

Am 16. April 2014 hat eine Gruppe internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen wissenschaftlichen Artikel zum Ebola-Ausbruch in der Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" veröffentlicht. Der Artikel beschreibt, wie die Gruppe um Prof. Stephan Günther, Leiter der Abteilung Virologie am Bernhard-Nocht-Institut, den neuen Ebola-Stamm (Zaire Ebola-Virus) in Guinea identifiziert haben.

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Hamburg – Am 26. März 2014 sind sechs internationale Wissenschaftler im Rahmen des „European Mobile Laboratory for the detection of Pathogens up to risk group 4“ Projektes nach Guinea aufgebrochen, nachdem dort ein Ausbruch des Ebola-Virus gemeldet wurde. Das Team bestehend aus Wissenschaftlern des Bernhard-Nocht-Instituts, des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr (München), des Istituto Nazionale per le Malattie Infettive „L. Spallanzani“ (Rom) und des Laboratoire P4 - INSERM Jean Merieux (Lyon) reist im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO), um die Molekulardiagnostik des Ebolavirus am Ort des Ausbruchs zu etablieren. Sie unterstützen damit die Kontrolle des Ausbruchs durch die nationalen Gesundheitsbehörden und die WHO sowie das Patientenmanagement von Ärzte ohne Grenzen (MSF).

Departure in Munich
Departure in Munich
Transport of the team (WHO cars) and the Lab (3rd truck) from Conakry to Gueckedou
Transport of the team (WHO cars) and the Lab (3rd truck) from Conakry to Gueckedou
EMLab after arrival to Gueckdou
EMLab after arrival to Gueckdou
Transfer of the Lab into MSF isolation campus
Transfer of the Lab into MSF isolation campus
Setup of the Lab in a tent next to the isolation ward
Setup of the Lab in a tent next to the isolation ward
Reception of samples
Reception of samples
Safe depacking of potentially contaminated material from the field by EMLab staff
Safe depacking of potentially contaminated material from the field by EMLab staff
Work in the lab: Inactivation of samples in the glove box
Work in the lab: Inactivation of samples in the glove box
Work in the lab: Setup PCR
Work in the lab: Setup PCR
Work in the lab
Work in the lab
 
 

Fotos: EMLab

Das Epizentrum des Ausbruches liegt in den entlegenen Waldgebieten der südöstlichen Distrikte des Landes in der Grenzregion zu Sierra Leone und Liberia. Das Institut Pasteur in Lyon rechnet den Erreger dem Subtyp Zaïre zu, der eine besonders hohe Letalität aufweist.

Die Ebola-Erkrankung ist charakterisiert durch hohes Fieber, ausgeprägtes Krankheitsgefühl, wässrigen Durchfall sowie im weiteren Verlauf schwere innere und äußere Blutungen und Organversagen (virale hämorrhagische Fiebererkrankung). Eine spezifische Therapie oder eine prophylaktische Impfung existieren nicht. Die Infektion erfolgt durch engen Kontakt zu Erkrankten oder durch Verzehr infizierter Tiere wie Affen und Flughunde – letztere wurden als das natürliche Reservoir des Virus identifiziert.

Das Ebola-Virus war erstmals 1976 im Rahmen zweier Ausbrüche im Südsudan und in der Demokratischen Republik Kongo (früher Zaïre) beschrieben worden. „Bislang sind etwa ein Dutzend weitere Ausbrüche in Afrika aufgetreten. Eine weitere Ausbreitung erscheint wenig wahrscheinlich, außerhalb Afrikas traten bislang keine Fälle auf“, beruhigt Tropenmediziner Privat-Dozent Dr. Jakob Cramer. Das Auswärtige Amt rät vor Reisen in die betroffene Region ab (Region Macenta = Waldguinea, Grenzgebiete). Eine Gefahr für andere Reisende sei nicht zu sehen, so Cramer.

In Hamburg hat das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin eine langjährige Tradition zur Erforschung dieses Virus. Das Institut ist Referenzzentrum der WHO für virale hämorrhagische Fiebererkrankungen und hält Laboratorien mit entsprechenden Sicherheitsstandards vor. An der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf ist eine Isolierstation zur Versorgung von Verdachts-/Erkrankungsfällen etabliert.

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Die offizielle Pressemitteilung (englisch) vom 31.03.2014: PM-Ebola-EM-Lab-WHO.

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Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) ist Deutschlands größte Einrichtung für Forschung, Versorgung und Lehre auf dem Gebiet tropentypischer Erkrankungen und neu auftretender Infektionskrankheiten. Aktuelle Forschungsschwerpunkte bilden Malaria, hämorrhagische Fieberviren, Tuberkulose und Gewebewürmer. Für den Umgang mit hochpathogenen Viren und infizierten Insekten verfügt das Institut über Laboratorien der höchsten biologischen Sicherheitsstufe (BSL4) und ein Sicherheits-Insektarium (BSL3). Das BNITM umfasst das nationale Referenzzentrum für den Nachweis aller tropischen Infektionserreger. Gemeinsam mit dem ghanaischen Gesundheitsministerium und der Universität von Kumasi, Ghana, betreibt es ein modernes Forschungs- und Ausbildungszentrum im westafrikanischen Regenwald, das auch externen Arbeitsgruppen zur Verfügung steht. 

Websites:
www.emlab.eu

www.bnitm.de