Mitteilung

Pressemitteilung

| 26.10.2007

10 Jahre deutsch-ghanaische Forschungskooperation

Das Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine – KCCR – feiert seinen 10. Geburtstag.

1997 als Joint venture der Kwame Nkrumah Universität of Science and Technology (KNUST), des ghanaischen Gesundheitsministeriums und des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) gegründet, ist es heute ein national und international bekanntes und angesehenes Forschungszentrum.

Das KCCR betreibt Forschung im Bereich der tropischen Erkrankungen, die in der ländlichen Bevölkerung weit verbreitet sind, wie Malaria, Buruli-Ulkus, Flussblindheit, Tuberkulose oder Elefantiasis. Es hat im Laufe der Jahre viele Erfolge verzeichnen können: so gelang die Identifizierung der Ursache für angeborene Gehörlosigkeit im „Dorf der Gehörlosen“ Adamorobe sowie die Einführung einer einfachen diagnostischen Methode für Buruli-Ulkus. Es wurde zudem in 2006 als eines von sieben afrikanischen Studienzentren zur Erprobung eines Malaria-Impfstoffes ausgewählt. Die Forschungsergebnisse des KCCR haben positiven Einfluss auf die Gesundheitspolitik und –versorgung insbesondere für die ländliche Bevölkerung in Ghana.

„Das Bernhard-Nocht-Institut freut sich auf die nächste Dekade der Zusammenarbeit und sichert dem KCCR weiter seine Unterstützung zu. Ich danke allen Partnern und Unterstützern für ihre gemeinsame Anstrengung. Besonders gratuliere ich allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des KCCR: sie können stolz auf das sein, was sie mit Fleiß und Ausdauer erreicht haben“, würdigt Prof. Bernhard Fleischer, Direktor des BNI, die Arbeit am KCCR.

Am Montag, den 29.10.2007, feiern das BNI, das KCCR und die Stadt Hamburg mit 150 Gästen das 10jährige Jubiläum im Hamburger Rathaus.

Daten und Fakten
Gelegen auf dem parkähnlichen Campus der Universität, bietet das KCCR seinen 58 Mitarbeitern 300 m2 Labor- und Bürofläche. Gastwissenschaftlern und Besuchern steht ein Gästehaus zur Verfügung.
Seit der Gründung des KCCR gab es 44 Publikationen, 30 Projekte und 25 Diplomarbeiten und Dissertationen. Die Ausbildung von Master – und PhD-Studenten ist Teil seines Auftrags.
Der Entomologe Dr. Thomas Kruppa (BNI) ist seit dem Jahr 2000 Direktor des KCCR, Stellvertreter ist der Mikrobiologe Prof. Ohene Adjei (KNUST). Im Mai 2000 genehmigt der Hamburger Senat den Bau eines neuen Forschungsgebäudes, welches Ende 2003 in Betrieb geht.
Der Vertrag zwischen BNI und KNUST gilt für 20 Jahre und verlängert sich automatisch, falls keiner der Vertragspartner kündigt.

Hintergrund
Im Jahre 1900 gegründet, ist das Bernhard-Nocht-Institut Deutschlands älteste und größte Einrichtung für Tropenmedizin. Forschungsschwerpunkte sind Malaria, Amöbiasis, Leishmaniose und tropische Fieberviren. Das KCCR ist eine 1997 gegründete Gemeinschaftseinrichtung des BNI und der Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST). Grundlage für die langjährige Kooperation ist ein Staatsvertrag zwischen der Republik Ghana und der Freien und Hansestadt Hamburg, der privilegierte Bedingungen für internationale wissenschaftliche Projekte in Ghana zusichert. Das Hamburger Tropeninstitut finanziert den Betrieb des KCCR, die Universität von Kumasi stellt wissenschaftliche Partner und gewährt die logistische Anbindung an die Universität. Der mit Mitteln der Volkswagen-Stiftung errichtete KCCR Forschungscampus bietet administrative Unterstützung, modern eingerichtete Laboratorien und Büroräume sowie Kommunikations- und Transportmöglichkeiten. Das KCCR liegt in Kumasi, einer Millionenstadt im Zentrum der Ashanti-Region. Es dient als Plattform für die Durchführung kooperativer Forschungsprojekte mit Beteiligung ghanaischer Wissenschaftler. Durch eine Vielzahl erfolgreicher Projekte hat sich das KCCR international als Einrichtung für Forschung und wissenschaftliche Ausbildung etabliert, die Wissenschaftlern aus aller Welt offen steht.

Das KCCR im Internet:
www.kccr-ghana.org


Kontakt:

Eleonora Schönherr
Pressereferentin
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Tel. (040) 4 28 18 - 264
Fax (040) 4 28 18 - 265
Email: presse(at)bnitm.de