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Pressemitteilung

| 08.11.2012

Herausforderung durch neue Gesundheitsprobleme in Afrika

Internationale Tagung am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Hamburg, 8. November 2012 – Eine hochrangige Tagung hat vom 1. bis 3. November 2012 im Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) stattgefunden. Zusammen mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und dem Netzwerk aller afrikanischen Akademien der Wissenschaften hatte das BNI zu der vom BMBF* geförderten Tagung eingeladen. Führende Wissenschaftler aus Äthiopien, Deutschland, Ghana, Kenia, Mauritius, Nigeria, Südafrika und dem Sudan berieten über die zukünftigen Gesundheitsprobleme im subsaharischen Afrika. Dabei waren unter anderem Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des Global Funds, der seit zehn Jahren die Bekämpfung von Malaria, AIDS und Tuberkulose mit nunmehr 23 Milliarden Dollar unterstützt hat, sowie der pharmazeutischen und Impfstoff-Industrie und der Europäischen Akademie der Wissenschaften.

Thema war die dramatische Änderung im Muster der Erkrankungen, die in den nächsten Jahrzehnten zu erwarten ist. Noch stellen Infektionskrankheiten die Hauptlast im subsaharischen Afrika dar. Im Jahr 2030 jedoch werden zwei Drittel aller Todesfälle durch nicht-übertragbare Erkrankungen, wie Herzkreislaufkrankheiten, Diabetes, Schlaganfälle, Krebs und chronische Lungenerkrankungen, hervorgerufen werden. Nur noch 20 Prozent der Todesfälle werden auf Infektionskrankheiten beruhen. Dazu kommt eine stark angestiegene Morbidität durch chronische Erkrankungen. Grund hierfür sind die in diesen Ländern stark gestiegene Lebenserwartung, die zu einer Änderung der Alterspyramide führen wird, der zunehmende Anteil der Bevölkerung in Städten und die Übernahme „westlicher“ Lebensgewohnheiten wie Fehlernährung, Rauchen oder Immobilität. Die WHO spricht von einer „stillen Epidemie“, die die subsaharischen Länder vor neue und außerordentlich schwierige Probleme stellen wird.

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* Bundesministerium für Bildung und Forschung



Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) ist Deutschlands größte Einrichtung für Forschung, Versorgung und Lehre auf dem Gebiet tropentypischer Erkrankungen und neu auftretender Infektionskrankheiten. Aktuelle Forschungsschwerpunkte bilden Malaria, hämorrhagische Fieberviren, Tuberkulose und Gewebewürmer. Für den Umgang mit hochpathogenen Viren und infizierten Insekten verfügt das Institut über Laboratorien der höchsten biologischen Sicherheitsstufe (BSL4) und ein Sicherheits-Insektarium (BSL3). Das BNI umfasst das nationale Referenzzentrum für den Nachweis aller tropischen Infektionserreger. Gemeinsam mit dem ghanaischen Gesundheitsministerium und der Universität von Kumasi, Ghana, betreibt es ein modernes Forschungs- und Ausbildungszentrum im westafrikanischen Regenwald, das auch externen Arbeitsgruppen zur Verfügung steht.