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| 04.09.2014

Einsatz des BNITM und HPI in Nigeria

Seit Mitte August ist ein Hamburger Team von Wissenschaftlern des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) und des Heinrich-Pette-Instituts für experimentelle Virologie (HPI) im Auftrag der WHO in Nigeria im Einsatz, um vor Ort medizinisches Personal zu schulen und Laboratorien für eine verlässliche Diagnostik von Ebola-Verdachtsproben auszustatten. Jetzt ist das Team um Prof. Stephan Günther gemeinsam mit nigerianischen Spezialisten mit einer mobilen Einheit des European Mobile Laboratory (www.emlab.eu) im Einsatz, um Diagnostik von Verdachtsfällen vor Ort durchzuführen.

Erste Station: Lagos

Im Lagos University Teaching Hospital hat das Team bereits erfolgreich moderne Diagnostikgeräte installiert. Hierzu gehört unter anderem eine sogenannte „Glovebox“ zum Inaktivieren von Proben, die möglicherweise Ebolaviren enthalten. Neben modernen Geräten stellt das Team auch die für eine sichere und schnelle Diagnostik notwendigen Verbrauchsmaterialien und Reagenzien zur Verfügung. Medizinisches Personal wird im Umgang mit Ebolavirus-Proben und den neuen Technologien trainiert, sodass das Labor des University Teaching Hospitals jetzt zuverlässig Verdachtsproben auf Ebola testen kann. Finanziert werden Geräte und Reagenzien vom Auswärtigen Amt.

1. Training zum Anlegen von Schutzkleidung im Labor in Lagos (re Cesar Munoz-Fontela, HPI)
1. Training zum Anlegen von Schutzkleidung im Labor in Lagos (re Cesar Munoz-Fontela, HPI)
2. Demonstration der Glovebox zur Inaktivierung der Proben im Labor in Lagos (li Becker-Ziaja, BNITM)
2. Demonstration der Glovebox zur Inaktivierung der Proben im Labor in Lagos (li Becker-Ziaja, BNITM)
Zweite Station: Irrua

Das nächste Ziel des Einsatzes führte das Hamburger Team nach Irrua, in den nigerianischen Bundesstaat Edo, ungefähr 400 km weiter westlich von Lagos.  Hier ist eine Einheit des European Mobile Laboratory Projects am Irrua Specialist Teaching Hospital (ISTH) stationiert. Mit Dr. Danny A. Asogun und Dr. Ekaete Tobin vom Institut für Lassa-Fieber Forschung am ISTH verbindet das BNITM eine langjährige Kooperation in der Diagnostik und Erforschung des Lassa-Fiebers, einem hämorrhagischen Fieber, welches in Nigeria endemisch vorkommt.  Die nigerianische Laboreinheit wurde zunächst für die Testung von Ebolavirus Proben vorbereitet und wird jetzt von trainiertem Personal des ISTH zusammen mit dem Hamburger Team für den mobilen Einsatz in Nigeria genutzt. So kam es bereits in Enugu im Osten des Landes zum Einsatz, wo es mehrere Kontaktperson zu einem Ebola-Infizierten gab, der von Lagos nach Enugu gereist und dort erkrankt war.

3. Dr Danny A. Asogun, Direktor des Instituts für Lassa–Fiebers Forschung am ISTH
3. Dr Danny A. Asogun, Direktor des Instituts für Lassa–Fiebers Forschung am ISTH, Prof. Dr. Stephan Günther und Beate Becker-Ziaja bei der Ankunft des mobilen Labors in Enugu
4. Abladen des mobilen Labors in Enugu
4. Abladen des mobilen Labors in Enugu
5. Demonstation der Glovebox des mobilen Labors in Enugu
5. Demonstation der Glovebox des mobilen Labors in Enugu (li Becker-Ziaja, 4vli Günther, 5vli Gesundheitsminister von Enugu State)
Dritte Station: Port Harcourt

Jetzt hat das Team zusammen mit Personal des ISTH das mobile Labor nach Port Harcourt transportiert und dort aufgebaut. Hier gibt es zahlreiche Kontaktpersonen, nachdem ein Ebolavirus-Infizierter von Lagos nach Port Harcourt gereist und dort erkrankt ist. Das Labor hat bereits mehrere Fälle bestätigt. Die Mission mit dem mobilen Labor wird von der Europäischen Union unterstützt.