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| 21.10.2014

Ein neues Netzwerk in Afrika ermöglicht bessere Malariaforschung

Oumou Maiga

Einen neuen Weg für die Bekämpfung der Malaria, die allein im Jahr 2012 über 600.000 Opfer forderte, wollen nun afrikanische Wissenschaftler mit anderen internationalen Partnern beschreiten. Die Biologin Dr. Oumou Maiga-Ascofaré aus der Arbeitsgruppe Infektionsepidemiologie am BNITM ist in dem Projekt beteilgt. 

Forschungsinstitute aus elf afrikanischen Ländern haben sich zu einem Informationsnetzwerk zusammengeschlossen, welches einen schnelleren und weitreichenderen Informationsaustausch ermöglichen soll.  Unter dem Namen „Plasmodium Diversity Network Afrika“ (PDNA) wollen Wissenschaftler zukünftig aktuelle Daten und Forschungsergebnisse zur Evolution und Diversität der Malariaerregers (Plasmodium falciparum) teilen. 

Jedes Institut trägt allein durch seine individuelle wissenschaftliche Expertise zum Erfolg des Netzwerkes bei. Vor allem aber sollen lokale Proben sowie gebündelte Daten aus klinischen Studien weiteren Interessenspartnern zur Verfügung gestellt werden. Hierzu gehören in erster Linie die Gesundheitsministerien in Subsahara-Afrika sowie lokale und globale Niederlassungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das Netzwerk wird darüber hinaus auch zur Entwicklungsarbeit in den beteiligten afrikanischen Instituten beitragen, indem es sich für Ausbildungsmaßnahmen und den Ausbau von Kapazitäten einsetzen wird. 

Das gute Zusammenspiel des Netzwerkes zeigte sich bereits bei der Untersuchung der Verbreitung eines neuen Markers für die Resistenz gegen das Malariamedikament Artemisinin im Genom des Parasiten. Alle beteiligten Institute sammelten binnen kürzester Zeit lokale Blutproben und stellten sie dem Wellcome Trust Sanger Institute für eine Genomsequenzierung zur Verfügung.

Das PDNA wird durch seine Bandbreite an wissenschaftlichen, geographischen und politischen Mitteln zur langfristigen Bekämpfungsstrategie gegen Malaria beitragen.

Das BNITM wird auch in diesem Jahr die Beobachtungen und Untersuchungen der Mückenpopulationen in Deutschland fortführen und die Ergebnisse wie bisher an die Gesundheitsbehörden weitergeben.