Mitteilung

Kontakt

Prof. Dr. med. Jonas Schmidt-ChanasitLeiter VirusdiagnostikTel.: +49 40 42818-546
E-Mail: schmidt-chanasit(at)bnitm.de

Dr. Jessica TiedkePresse & ÖffentlichkeitsarbeitTel.: +49 40 42818-264
E-Mail: presse(at)bnitm.de

Pressemitteilung

| 20.08.2012

Usutu-Nachweis bei Blutspender

Tropisches Virus in Deutschland

Virologen des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin haben erstmals bei einem Menschen in Deutschland Antikörper gegen das tropische Usutu-Virus nachgewiesen. Das Usutu-Virus hatte 2011 in Süddeutschland ein Massensterben von Amseln verursacht. Es wird von Stechmücken übertragen.

4.200 Blutproben von Blutspendern des Deutschen Roten Kreuzes hat die Gruppe um Dr. Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter der Virusdiagnostik, getestet. „Wir benutzen ein indirektes Nachweisverfahren, das auch früher durchgemachte Infektionen anzeigt. Das Virus selbst haben wir bisher nicht in menschlichen Proben nachgewiesen“, erklärt Dr. Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter der Virusdiagnostik. Der Blutspender war offenbar gar nicht oder nur leicht an der Infektion erkrankt. „Daher ist die medizinische Bedeutung unseres Befunds zurzeit als recht gering einzuschätzen“, beruhigt der Virologe. Einen nachgewiesenen Krankheitsfall habe es bisher in Deutschland nicht gegeben.

 

Mehr Informationen (Pressemitteilungen) zum Usutu-Virus/Amselsterben 2010- 2012 unter: www.bnitm.de unter „Aktuelles/News“ bzw. „Presse“

 


Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) ist Deutschlands größte Einrichtung für Forschung, Versorgung und Lehre auf dem Gebiet tropentypischer Erkrankungen und neu auftretender Infektionskrankheiten. Aktuelle Forschungsschwerpunkte bilden Malaria, hämorrhagische Fieberviren, Tuberkulose und Gewebewürmer. Für den Umgang mit hochpathogenen Viren und infizierten Insekten verfügt das Institut über Laboratorien der höchsten biologischen Sicherheitsstufe (BSL4) und ein Sicherheits-Insektarium (BSL3). Das BNI umfasst das nationale Referenzzentrum für den Nachweis aller tropischen Infektionserreger. Gemeinsam mit dem ghanaischen Gesundheitsministerium und der Universität von Kumasi betreibt es ein modernes Forschungs- und Ausbildungszentrum im westafrikanischen Regenwald, das auch externen Arbeitsgruppen zur Verfügung steht.