Mitteilung

Pressemitteilung

| 27.11.2006

Studie überprüft neuen Malaria-Impfstoff für Kleinkinder

Deutsch-ghanaische Wissenschaftskooperation

In Ghana wird seit kurzem ein viel versprechender neuer Malaria-Impfstoff für Kleinkinder auf seine Sicherheit und Wirksamkeit getestet. Die ghanaische Forschungsstation des Hamburger Tropeninstituts ist Partner einer internationalen Phase II Studie, die an insgesamt acht Zentren in Afrika durchgeführt wird. Am 29.11. sendet das Wissenschaftsmagazin „Nano“ eine Reportage über den Auftakt der Studie in Ghana (3sat, 18.30 Uhr).

Das „Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine“ (KCCR) wird vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) gemeinsam mit der Universität von Kumasi in Ghana betrieben. „Die Auswahl des KCCR als eines der Impfzentren für diese Studie unterstreicht seine Bedeutung als international anerkannte Forschungseinrichtung“, so Rolf Horstmann, Koordinator für Forschung in den Tropen am BNI.

Kinderärztin Dr. Jennifer Evans vom BNI und Prof. Tsiri Agbenyega, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität von Kumasi, betreuen die Studie im Ashanti-Gebiet, einer von zwei ghanaischen Studienregionen. Insgesamt werden in Ghana 540 Kinder zwischen fünf und 17 Monaten für die Studie rekrutiert und über die nächsten zwei Jahre regelmäßig medizinisch betreut. „Wir testen verschiedene Zusammensetzungen des Impfstoffs und verschiedene Impfpläne um zu prüfen, wie diese Faktoren die Wirksamkeit beeinflussen“ erklärt Jennifer Evans. „Die Studien sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg, den Menschen in Ghana und im übrigen Afrika einen echten Schutz vor Malaria anbieten zu können. Ein Impfstoff mit 40-50 Prozent Wirksamkeit könnte besonders Kleinkinder vor der lebensbedrohlichen Form der Malaria schützen und jährlich mehr als einer Million Menschen das Leben retten.“ Derzeit ist Malaria in Afrika eine der häufigsten Todesursachen für Kinder unter fünf Jahren.

Etwas Geduld wird jedoch nötig sein. Läuft alles nach Plan, könnte der Malaria-Impfstoff 2010 zur Zulassung eingereicht werden. Die Impfung verhindert nicht die Infektion und damit die Ausbildung einer im Erwachsenenalter schützenden Immunantwort, trägt aber zur Reduktion der Malaria-Episoden bei und senkt das Risiko für einen schweren Verlauf der Malaria.

Der Impfstoff namens RTS,S wurde Ende der 1980er Jahre von GlaxoSmithKline Biologicals mit Partnern in den USA entwickelt. In Pilotstudien erwies sich RTS,S bei Erwachsenen als potentiell wirksam gegen den Erreger der Malaria tropica, die schwerste Form von Malaria. Seit 2001 wird RTS,S in Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation PATH Malaria Vaccine Initiative für die Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern weiterentwickelt.
Die PATH Malaria Vaccine Initiative wird zu großen Teilen von der Bill und Melinda Gates Stiftung finanziert.

Das BNI dankt den ghanaischen Partnern:

  • Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST), Kumasi, Ghana
  • School of Medical Sciences (SMS), College of Health Sciences, KNUST, Kumasi, Ghana
    (Medizinische Fakultät der Universität von Kumasi)
  • Presbyterian Health Service Agogo, Ghana
  • Studienort von SMS und KCCR in der Ashanti-Region)
  • Kintampo Health Research Centre
  • Ministry of Health of the Republic of Ghana

Sendetermin:
Die Reportage über die Impfstudie am KCCR in Ghana wird am Mittwoch, 29.11.2006 um 18.30 Uhr im Wissenschaftsmagazin „Nano“ (3sat) gesendet.

 

Das Tropeninstitut und das Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine (KCCR)
Im Jahre 1900 gegründet, ist das Bernhard-Nocht-Institut (BNI) Deutschlands älteste und größte Einrichtung für Tropenmedizin. Forschungsschwerpunkte sind Malaria, Amöbiasis und tropische Fieberviren. Das Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine (KCCR) wurde 1997 als modellhafte Kooperation zwischen dem BNI und der örtlichen Kwame Nkrumah University of Science and Technology gegründet. Der mit Mitteln der VolkswagenStiftung errichtete Forschungscampus des KCCR bietet administrative Unterstützung, modern eingerichtete Laboratorien und Büroräume sowie Kommunikations- und Transportmöglichkeiten für internationale Forschungsprojekte unter Einbeziehung ghanaischer Wissenschaftler. Durch eine Vielzahl erfolgreicher Projekte hat sich KCCR international als Einrichtung für Forschung und wissenschaftliche Ausbildung etabliert, die Wissenschaftlern aus aller Welt offensteht.
Grundlage für die langjährige Kooperation ist ein Staatsvertrag zwischen der Republik Ghana und der Freien und Hansestadt Hamburg, der privilegierte Bedingungen für internationale wissenschaftliche Projekte in Ghana zusichert. Das Hamburger Tropeninstitut organisiert den Betrieb des KCCR, die Universität von Kumasi stellt wissenschaftliche Partner und gewährt die logistische Anbindung an die Universität.

Das KCCR im Internet:
www.kccr-ghana.org

Die PATH Malaria Vaccine Initiative
www.malariavaccine.org

GlaxoSmithKline
www.gsk.com


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