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Pressemitteilung

| 20.10.2020

Mobiles Labor erweitert Testkapazität und Behandlungsmöglichkeiten auf Lesbos

Kopenhagen / Hamburg / Kara Tepe - Das mobile Labor des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) steht seit heute für seinen Einsatz im neu errichteten Flüchtlingslager in Kara Tepe auf der Insel Lesbos, Griechenland, bereit. Das mobile Labor wurde auf Ersuchen der griechischen Behörden entsandt im Rahmen des „Global Outbreak Alert and Response Network“ (GOARN) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit finanzieller Unterstützung des WHO Regionalbüros für Europa.

Laborspezialisten richten das mobile Labor an dem neuen, provisorischen Standort in Kara Tepe auf der Insel Lesbos ein. Foto: WHO
Laborspezialisten richten das mobile Labor an dem neuen, provisorischen Standort in Kara Tepe auf der Insel Lesbos ein. Foto: WHO
Koordinatorentreffen zwischen Expertinnen und Experten des BNITM / RKI, der WHO und der griechischen nationalen Gesundheitsorganisation. Foto: WHO


Laborspezialisten des BNITM, des Robert Koch-Instituts (RKI) und anderer Institutionen unterstützen die nationalen Behörden in Griechenland. Erkrankte und ihre Kontaktpersonen werden verstärkt auf COVID-19 und andere Krankheiten getestet.

"Das mobile Labor kann eine große Zahl an Patientenproben pro Tag testen und die Ergebnisse innerhalb kürzester Zeit dem medizinischen Personal des neuen provisorischen Flüchtlingslager in Kara Tepe zur Verfügung stellen", sagt Dr. Martin Gabriel, Projektkoordinator der Abteilung Virologie am BNITM. Das mobile Labor wurde in etwa 20 Kisten verpackt, per Charterflugzeug von Deutschland nach Lesbos geflogen und in das Flüchtlingslager transportiert.

"Die WHO hat seit dem Brand in Moria vom ersten Tag an vorderster Front mit der griechischen Regierung und anderen Akteuren des Gesundheitswesens zusammengearbeitet. Von Anfang an wurde die Aufstockung der Laborleistungen als ein kritischer Bedarf erkannt", erklärt die WHO-Vertreterin in Griechenland, Dr. Marianna Trias.

"Wir sind dem Bernhard-Nocht-Institut dankbar, dass es mit seinem mobilen Labor so schnell eingesprungen ist, um bei der Bewältigung einer dreifachen Herausforderung zu helfen: den COVID-19-Ausbruch einzudämmen, den Bedürfnissen der Flüchtlinge und Asylsuchenden am neuen Standort gerecht zu werden und den Druck auf die örtlichen Krankenhäuser zu mindern", erklärt Trias.

Durch die Unterstützung lokaler Behörden und medizinischer Teams, einschließlich medizinischer Notfallteams, wird das mobile Labor nicht nur dazu beitragen, COVID-19-Infektionsketten zu unterbrechen, sondern auch die Behandlung von COVID-19 und anderen Erkrankungen in einem frühen Stadium sicherzustellen. Ähnliche Labore des BNITM haben sich bereits bei anderen Ausbrüchen von Infektionskrankheiten bewährt, wie etwa bei der Ebola-Epidemie in Westafrika oder dem COVID-19-Ausbruch im bayerischen Tirschenreuth.

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Über das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) ist Deutschlands größte Einrichtung für Forschung, Versorgung und Lehre auf dem Gebiet tropentypischer und neu auftretender Infektionskrankheiten. Aktuelle Forschungsschwerpunkte bilden Malaria, hämorrhagische Fieberviren, Immunologie, Epidemiologie und Klinik tropischer Infektionen sowie die Mechanismen der Übertragung von Viren durch Stechmücken. Für den Umgang mit hochpathogenen Viren und infizierten Insekten verfügt das Institut über Laboratorien der höchsten biologischen Sicherheitsstufe (BSL4) und ein Sicherheits-Insektarium (BSL3). Das BNITM umfasst das nationale Referenzzentrum für den Nachweis aller tropischen Infektionserreger und das WHO-Kooperationszentrum für Arboviren und hämorrhagische Fieberviren. Gemeinsam mit dem ghanaischen Gesundheitsministerium und der Universität von Kumasi betreibt es ein modernes Forschungs-und Ausbildungszentrum im westafrikanischen Regenwald, das auch externen Arbeitsgruppen zur Verfügung steht.


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