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Research Highlight

| 23.10.2020

Schlüssel-Protein des Malariaerregers identifiziert und Krankheitslast bei Loiasis ermittelt: Paul-Christian Burda und Luzia Veletzky veröffentlichen wichtige Forschungsergebnisse des BNITM

Ein Forschungsteam des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) hat ein Protein des Malaria-Parasiten Plasmodium falciparum identifiziert, das eine wichtige Rolle spielt für das Wachstum des Erregers in den roten Blutkörperchen. Ein weiteres Team des BNITM hat bewiesen, dass Infektionen mit dem Afrikanischen Augenwurm Loa loa erheblich mehr Beeinträchtigungen verursachen als bisher angenommen. Die Ergebnisse erschienen in den Fachzeitschriften Cell Reports und The Lancet Infectious Diseases.

Dr. Paul-Christian Burda, Group Gilberger, Centre for Structural Systems Biology (CSSB), c/o DESY

Der Forschungsgruppe um Paul-Christian Burda ist es gelungen, unter Anwendung von Röntgen-Strukturanalysen und molekularer Genetik ein Protein des Malariaerregers zu identifizieren und seine Funktion zu bestimmen. Dabei stellte das Forschungsteam fest, dass der Parasit ohne das Protein besonders empfindlich wird und sich nicht mehr vermehren kann. Die Entdeckung hilft, auf molekularer Ebene zu verstehen, wie der Parasit sein Überleben innerhalb der roten Blutkörperchen sichert. Diese Arbeit wurde am Centre for Structural Systems Biology (CSSB) auf dem Gelände des Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) durchgeführt und ist eine Kollaboration des BNITM und des European Molecular Biology Laboratory (EMBL-Hamburg).

Dr. Luzia Veletzky, Department of Tropical Medicine, Bernhard Nocht Institute for Tropical Medicine & I. Dep. of Medicine, University Medical Center Hamburg-Eppendorf

Das Forschungsteam um Luzia Veletzky hat erstmals das genaue Ausmaß der Krankheitslast der Loiasis untersucht. Historisch wird diese Wurmerkrankung als harmlos eingestuft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) listet sie daher auch nicht als vernachlässigte Tropenkrankheit. Diese neue Studie zeigt hingegen: Loa loa-Infektionen machen krank, führen zu Arbeitsausfällen und tragen dazu bei, dass in vielen afrikanischen Ländern die Sustainable Development Goals nicht erreicht werden. Loiasis als vernachlässigte Tropenkrankheit zu listen, sei daher ein notwendiger und längst überfälliger Schritt, so Veletzky.


Originalveröffentlichungen

Paul-Christian Burda et al., Structure-Based Identification and Functional Characterization of a Lipocalin in the Malaria Parasite Plasmodium falciparumCell Reports 31, (June 23, 2020). doi.org/10.1016/j.celrep.2020.107817

Luzia Veletzky et al., Burden of disease in Gabon caused by loiasis: a cross-sectional survey. The Lancet Infectious Diseases (June 22, 2020). doi.org/10.1016/S1473-3099(20)30256-5


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