Mitteilung

Pressemitteilung

| 24.04.2006

Am 25. April ist Afrika-Malaria-Tag

Neue Ansätze zur Therapie und Prophylaxe

Am Afrika-Malaria-Tag ruft die "Roll Back Malaria"-Initiative die Weltgemeinschaft dazu auf, mehr finanzielle, logistische und wissenschaftliche Unterstützung für den Kampf gegen die Malaria bereitzustellen. "Roll back Malaria" ist eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Vereinten Nationen und der Weltbank.

Der Malaria tropica fallen immer noch jedes Jahr mehr als 1 Millionen Menschen zum Opfer. Über neunzig Prozent der Todesfälle betreffen afrikanische Kinder vor dem fünften Lebensjahr. Unzählige malariabedingte Krankheitsepisoden (geschätzte 515 Millionen Fälle pro Jahr) vor allem bei Kindern und Schwangeren tragen erheblich zu wirtschaftlichen und sozialen Problemen in den betroffenen Ländern Afrikas bei, von denen viele zu den ärmsten Nationen der Welt zählen. Nicht nur die Experten sind sich darüber einig, dass diese brutale Realität in Anbetracht von effektiven Therapiemöglichkeiten und wirksamen Präventivmaßnahmen nicht zu akzeptieren ist.

Der diesjährige Afrika Malaria Tag propagiert die hochwirksamen und nebenwirkungsarmen Kombinationstherapien, die auf Artemisinin, dem Inhaltsstoff der chinesischen Heilpflanze Artemisia annua, basieren. Der Zugang zu diesen Therapien ist nun, da Chloroquin und andere kostengünstige Medikamente auf Grund von Resistenzbildung unwirksam geworden sind, von besonderer Bedeutung und wird von der WHO als Menschenrecht eingestuft.

Eine neue und kostengünstige Reduktion der Malariaerkrankungen kann auch durch die wiederholte, stoßweise Behandlung von Kleinkindern mit Antimalaria-Medikamenten (intermittent preventive treatment of infants, IPTi) erreicht werden. IPTi ist eine Mischung aus Therapie und Prophylaxe, bei der man allen Kleinkindern zusätzlich zu den Basisimpfungen das lang wirkende Medikament Sulfadoxin-Pyrimethamin (Fansidar®, Roche) verabreicht. Die natürliche Immunitätsentwicklung der Kleinkinder, die im höheren Alter zu einer Art Toleranz der Malariaparasiten führt, bleibt dabei erhalten. Die Tropeninstitute in Hamburg, Tübingen und Berlin haben die Wirksamkeit dieser Malariakontrollmaßnahme in Ghana und Gabun erfolgreich überprüft. Die Untersuchung wird im Rahmen der deutschen Malaria-Initiative vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Bei allen Fortschritten: Eine nachhaltige Eindämmung oder Ausrottung der Malaria ist ein Ziel, das wohl in ferner Zukunft liegen dürfte und nur durch die Mobilisierung von zusätzlichem Kapital zur Kontrolle und Erforschung der Malaria zu erreichen ist.

Nicht nur die G8-Staaten können mit Schuldenerlass und kompetenter Entwicklungshilfe ihren Beitrag leisten. Betroffene Länder und die Malaria-Forschung erhielten in den letzten Jahren großzügige Unterstützung von der Bill and Melinda Gates Foundation und vielen anderen. Jedoch können auch Einzelinitiativen helfen, Maßnahmen zur Kontrolle der Malaria umzusetzen. Ein vorbildliches Beispiel ist die Stiftung "World Swim for Malaria", die von Rob Mather ins Leben gerufen wurde und nun im großen Stil dazu beiträgt, imprägnierte Moskitonetze in gefährdete afrikanische Haushalte zu tragen. Bisher haben sich bereits über 250.000 Schwimmer aus aller Welt beteiligt und über 1 Millionen US Dollar für über 200.000 Moskitonetze aufgebracht. Der Förderverein des Hamburger Tropeninstituts unterstützt afrikanische Nachwuchswissenschaftler und ermöglicht in Form von Pilotprojekten die Umsetzung von neuen wissenschaftlichen Ideen.

Informationen und Adressen für Spendeninteressierte finden sich im Internet unter:

Roll Back Malaria Initiative
www.rbm.who.int

Vereinte Nationen
www.unfoundation.org/donate/malaria.asp

Swim for Malaria Kampagne
worldswimformalaria.com/de/Homepage.aspx

Förderverein des Tropeninstituts Hamburg
www.bni-hamburg.de/freunde/


Für Rückfragen:
Dr. Eleonora Schönherr
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 40 42818-264
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Dr. Jürgen May & Dr. Robin Kobbe
AG Infektionspidemiologie (IPTi-Studie)
E-Mail: may@bnitm.de
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Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin Bernhard-Nocht-Str. 74 20359 Hamburg