Mitteilung

Pressemitteilung

| 19.08.2005

Bundeswehr und Bernhard-Nocht-Institut arbeiten enger zusammen

Kooperationsvertrag heute in Hamburg unterzeichnet

Das Bundeswehrkrankenhaus und das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) werden künftig enger zusammenarbeiten. Ein entsprechender Kooperationsvertrag ist heute von Admiraloberstabsarzt Dr. Karsten Ocker, Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Prof. Dr. Bernhard Fleischer, Direktor des BNI und Dietrich Wersich, Staatsrat der Behörde für Wissenschaft und Gesundheit unterzeichnet worden. Vereinbart wurden gemeinsame Aktivitäten in den Bereichen Klinik, Diagnostik und Forschung.

Ziel der Kooperation ist eine zivil- und wehrmedizinische Zusammenarbeit des BNI vor allem mit dem Fachbereich Tropenmedizin am Bundeswehrkrankenhaus. Dies umfasst die ambulante und klinische Tropenmedizin einschließlich Tropendermatologie, die tropenmedizinische Labordiagnostik und die Infektionsepidemiologie.

Erster Bürgermeister Ole von Beust: "Ich freue mich sehr, dass die Vereinbarung in so kurzer Zeit zustande gekommen ist. Der Einsatz für das Bundeswehrkrankenhaus hat sich gelohnt. Mit dem Vertrag wird nicht nur der Fortbestand dieser wichtigen Einrichtung in Hamburg gewährleistet, er garantiert darüber hinaus gemeinsame medizinische Arbeit auf höchstem Niveau."

Gesundheitsstaatsrat Dietrich Wersich: "Mit diesem Abkommen wird der international immer wichtiger werdende Schwerpunkt Tropen- und Infektionsmedizin am Gesundheitsstandort Hamburg ausgebaut. Die Kooperation sichert eine größere Konzentration von medizinischem Know-how und Personal in diesem Bereich und ermöglicht den Partnern zugleich, Synergieeffekte zu realisieren. Darüber hinaus kommt dem Abkommen vor dem Hintergrund der zunehmenden weltweiten Einsätze der Bundeswehr in Friedensmissionen besondere Bedeutung zu."

BNI-Direktor Prof. Dr. Bernhard Fleischer: "Wir erwarten vor allem Synergien in der Patientenversorgung, in der Entwicklung tropentauglicher Diagnostikverfahren und für das reisemedizinische Informationsangebot. In die Forschung bringen die Tropenmediziner des Bundeswehrkrankenhauses zusätzliche Expertise im Bereich Infektionsepidemiologie ein."

Admiraloberstabsarzt Dr. Karsten Ocker: "Mit dem Vertragsabschluss entsteht eine neue Form der zivilmilitärischen Verzahnung, die ich als beispielhaft ansehe. Sanitätsoffiziere und Assistenzpersonal des Sanitätsdienstes der Bundeswehr können zukünftig im Bernhard-Nocht-Institut, einem der renommiertesten Tropeninstitute in Europa, Erfahrungen im Umgang bzw. im Management von Infektionskrankheiten bis zu den höchsten Sicherheitsstufen gewinnen. Darüber hinaus ist eine Beteiligung an spezifischen infektiologischen Forschungsprojekten möglich. Seitens der Bundeswehr werden zukünftig praxisrelevante Informationen eines in vielen Teilen der Welt tätigen Sanitätsdienstes in die Arbeit des BNI eingebracht werden können. Diese Vernetzung ziviler und militärischer Erkenntnisse wird sowohl den Vertragspartnern, als auch den Patienten - zivil wie militärisch - zugute kommen."

Geplant sind u. a. folgende konkrete Maßnahmen:
Der Fachbereich Tropenmedizin des Bundeswehrkrankenhauses wird im BNI untergebracht und betreibt dort eine tropenmedizinische Ambulanz. Für die Patientenversorgung sollen die Einrichtungen beider Partner genutzt werden. Ärzte, Pfleger und Laboranten der Bundeswehr werden im BNI mitarbeiten, um sich in Übung zu halten und sich fachlich weiterzubilden. Geplant ist auch eine gegenseitige Unterstützung bei der Untersuchung von Infektionsausbrüchen im In- und Ausland. Gemeinsame Forschungsprojekte dienen ausschließlich humnitären Zielsetzungen.

Dem Abschluss des Vertrages gingen langjährige Verhandlungen voraus, die u. a. durch die Entscheidung des Bundesministeriums der Verteidigung über die Standorte ihrer Bundeswehrkrankenhäuser beeinflusst worden waren. Der neue Betreiber der Klinischen Abteilung des BNI wird in die jetzt vereinbarte Kooperation eingebunden.


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