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| 22.02.2016

Staatssekretärin Dr. Flachsbarth (BMEL) gibt Startschuss für Forschungsprojekte zu Stechmücken am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

v.l.n.r.: Prof. Dr. Ellen Kiel (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg), Prof. Dr. Egbert Tannich (Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin), PD Dr. Norbert Becker (Gesellschaft zur Förderung der Stechmückenbekämpfung Speyer), Dr. Doreen Walther (Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung Müncheberg), PSt'n Dr. Maria Flachsbarth (BMEL), Prof. Dr. Thomas C. Mettenleiter (Präsident Friedrich-Loeffler-Institut), Prof. Dr. Sven Klimpel (Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung Frankfurt am Main)

Auftakt mit Pressegespräch:

Tropeninstitut koordiniert größtes Verbundprojekt zur Stechmückenforschung in Deutschland

Hamburg / Berlin, 22. Februar 2016 – In Europa werden seit einigen Jahren vermehrt Krankheiten wie das Dengue-, West-Nil- oder Chikungunya-Fieber durch Stechmücken übertragen. „Der jüngste Zika-Virus-Ausbruch in Südamerika hat erneut eindrucksvoll die Bedeutung von Stechmücken als Krankheitsüberträger unter Beweis gestellt“, sagt Prof. Egbert Tannich, Leiter der Stechmückenforschung am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM).  Am 22. Februar 2016 ist der offizielle Startschuss für das neue Verbundprojekt „CuliFo“ gefallen, als Frau Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), im Rahmen eines Festakts mit Pressegespräch die Zuwendungsbescheide an die Projektpartner übergeben hat.

In Deutschland gab es bisher kein Überwachungs- oder Meldesystem über das Vorkommen medizinisch relevanter Stechmückenarten. Auch gibt es keine nennenswerte Forschung zum Verhalten von Mücken und zu der besonders wichtigen Frage, ob einheimische Mückenarten überhaupt eingeschleppte Krankheitserreger übertragen können. Da es sich bei vielen Krankheiten, die von Stechmücken weitergegeben werden, um Krankheiten handelt, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden (sogenannte Zoonosen), hat das BMEL die Koordination übernommen und zwei deutschlandweite Verbundprojekte zur Überwachung und Erforschung von Stechmücken ins Leben gerufen, die das Ministerium mit mehreren Millionen Euro fördert.

„Die Globalisierung nimmt stetig zu – im Bereich des internationalen Warenhandels, aber auch durch private Reisen. Zeitgleich verändert sich das Klima. Damit steigt in Europa die Gefahr von Krankheiten, die durch Stechmücken übertragen werden. Das BMEL-geförderte Projekt „Stechmücken und Stechmücken-übertragene Zoonosen in Deutschland“ leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Schutzes der Gesundheit von Mensch und Tier: Das Projekt steht in enger Verbindung mit der ebenfalls vom BMEL geförderten Monitoring-Studie „Stechmückenmonitoring in Deutschland“. Durch die Verbindung der wissenschaftlichen Erkenntnisse aus beiden Projekten können Risiken zum räumlichen und saisonalen Auftreten der Stechmückenarten in Deutschland und dem damit verbundenen Infektionsrisiko in Deutschland besser eingeschätzt werden“, erklärt Dr. Maria Flachsbarth.

Bereits seit dem Frühjahr 2015 läuft das Projekt „CuliMo“ (Stechmücken Monitoring), das das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems koordiniert und in dem die systematische landesweite Erfassung und Verbreitung der verschiedenen Stechmückenarten im Vordergrund steht. Als weiteres neues Projekt, das das BNITM koordiniert, finanziert das BMEL jetzt „CuliFo“ (Stechmücken Forschung): „Wir möchten vor allem die ökologisch-klimatischen Bedingungen für die Vermehrung und Verbreitung einheimischer Stechmücken, deren genetische Variabilität und insbesondere deren Fähigkeit, Krankheitserreger zu übertragen, erforschen“, so Tannich über die Ziele des Verbundprojekts. 

Mit dem FLI und dem BNITM sind an diesen gemeinsamen Vorhaben die Carl von Ossiezky-Universität in Oldenburg, die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt, das Leibniz-Zentrum für Agrarlandforschung in Müncheberg sowie die Gesellschaft zur Förderung der Stechmückenbekämpfung in Speyer beteiligt.

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Über das BNITM

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) ist Deutschlands größte Einrichtung für Forschung, Versorgung und Lehre auf dem Gebiet tropentypischer und neu auftretender Infektionskrankheiten. Aktuelle Forschungsschwerpunkte bilden Malaria, hämorrhagische Fieberviren, Tuberkulose und Gewebewürmer. Für den Umgang mit hochpathogenen Viren und infizierten Insekten verfügt das Institut über Laboratorien der höchsten biologischen Sicherheitsstufe (BSL4) und ein Sicherheits-Insektarium (BSL3). Das BNITM umfasst das nationale Referenzzentrum für den Nachweis aller tropischen Infektionserreger und das WHO-Kooperationszentrum für Arboviren und hämorrhagische Fieberviren. Gemeinsam mit dem ghanaischen Gesundheitsministerium und der Universität von Kumasi betreibt es ein modernes Forschungs- und Ausbildungszentrum im westafrikanischen Regenwald, das auch externen Arbeitsgruppen zur Verfügung steht. Als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft (www.leibniz-gemeinschaft.de) wird das Institut als Forschungsinstitut mit überregionaler Bedeutung gemeinsam durch den Bund, die Freie und Hansestadt Hamburg und die übrigen Bundesländer finanziert.