Geschichte

'Forschen, Heilen, Lehren' waren die Aufgaben des Instituts für Schiffs- und Tropenkrankheiten, die sein Gründer, der Hamburger Hafenarzt Bernhard Nocht, im Jahr 1900 formuliert hatte.

In der Entwicklung zum heutigen Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin haben diese Aufgaben ihre Gültigkeit behalten - wenn sich auch die Ziele des Instituts deutlich verändert haben.

  • 1900
    • 1901

    • 1905

    • 1911

    • 1914

    • 1915

    • 1918

    • 1921

    • 1925

    • 1930

    • 1931

    • 1933

    • 1939

    • 1942

    • 1943

    • 1945

    • 1950

    • 1961

    • 1963

    • 1968

    • 1982

    • 1985

    • 1986

    • 1988

    • 1989

    • 1990

    • 1996

    • 1997

    • 2000

    • 2002

    • 2003

    • 2005

    • 2006

    • 2007

    • 2008

    • 2009

    • 2010

    • 2011

    • 2012

  • heute
  • Erste Ausbildungskurse

    Am Institut finden die ersten Ausbildungskurse für Schiffs- und Marineärzte statt.

  • Romanowsky-Färbung

    Gustav Giemsa, einer der ersten Mitarbeiter Bernhard Nochts, verbessert die Romanowsky-Färbung durch eine Stabilisierung der Färbelösungen. Dadurch gelingt es, reproduzierbare Färbeergebnisse von Zellen und Erregern zu erhalten. Die Methode gehört noch heute zum Standardrepertoire vieler Laboratorien.

  • 1911-1926

    Am Institut wird an einer Verbesserung der Chinintherapie der Malaria gearbeitet. Phokion Kopanaris entdeckt, dass Malaria-Medikamente bei Mensch und Kanarienvögeln ähnlich wirken. Experimente mit veränderten Chinin-Rezepturen müssen nicht mehr am Menschen durchgeführt werden.

  • Einweihung des neuen Gebäudes

    Einweihung des neuen Gebäudes für das inzwischen stark gewachsene Institut in der Bernhardstraße (heute Bernhard-Nocht-Straße). Es beherbergt bis heute Laboratorien und Klinik. Nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs werden fast alle Mitarbeiter des Instituts eingezogen. Die Klinische Abteilung wird als Reservelazarett genutzt.

  • 1915/1916

    Der Zoologe Stanislaus von Prowazek verstirbt am Fleckfieber während der Untersuchung einer Epidemie in einem Kriegsgefangenenlager. Der Pathologe Henrique da Rocha-Lima identifiziert den Fleckfiebererreger und schlägt vor, das Bakterium Rickettsia prowazeki zu nennen.

  • Identifikation des Fünftagefieber-Erregers

    Henrique da Rocha-Lima trägt maßgeblich zur Identifikation des Erregers des Fünftagefiebers bei (Rochalimea quintana, später umbenannt in Bartonella quintana).

  • August 1921

    Eine angespannte Finanzlage bedroht die Existenz des Instituts. Hamburger Kaufleute und Prominente gründen die "Vereinigung der Freunde des Hamburger Tropeninstituts" mit dem Ziel, das Institut finanziell und politisch zu unterstützen.

  • 25-jähriges Bestehen

    Zum 25jährigen Bestehen wird dem Institut von der "Vereinigung der Freunde des Tropeninstituts" die Bernhard-Nocht-Medaille gestiftet. Die Existenzbedrohung gilt als überwunden.

  • Neuer Direktor

    Die Ära Bernhard Nocht geht zu Ende. Sein Amt übernimmt Friedrich Fülleborn (1866-1933).

  • Entwicklungszyklus des Katzenleberegels

    Hans Vogel klärt den Entwicklungszyklus des Katzenleberegels (Opisthorchis felineus) über die Zwischenwirte (Schnecken und Fische) bis zum Endwirt (Katze, Mensch) auf. Mit diesen und späteren Arbeiten über Saugwürmer hat er er das Wissen um die Entwicklung und Übertragung des Erregers der Schistosomiasis (Bilharziose) maßgeblich erweitert, einer Krankheit, die vor allem in Asien ein großes Gesundheitsproblem darstellt.

  • Neuer Direktor

    Mit dem Inkrafttreten des nationalsozialistischen Beamtengesetzes müssen wertvolle Wissenschaftler das Institut verlassen. Der Institutsdirektor Friedrich Fülleborn stirbt im September 1933, bevor über sein Rücktrittsgesuch entschieden werden kann. Sein Nachfolger wird Peter Mühlens (1874-1943).

  • "Kriegsrelevante Forschung"

    Nach Ausbruch des 2. Weltkriegs werden vor allem die Assistenzärzte zum Kriegsdienst eingezogen. Die "kriegsrelevante Forschung", u.a. an Fleckfieber, macht einen Großteil der wissenschaftlichen Forschung dieser Jahre aus.

  • Umbenennung

    Anlässlich des 85. Geburtstags von Bernhard Nocht wird das Institut in "Bernhard-Nocht-Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten" umbenannt.

    In den letzten Kriegsjahren wird das Institut verstärkt als Wehrmachtslazarett genutzt und durch Bomben teilweise stark zerstört.

  • Neuer Direktor

    Die Protozoologen Eduard Reichenow und Lilly Mudrow klären die letzte Lücke im Vermehrungszyklus des Erregers der Vogelmalaria (Plasmodium praecox): die Vermehrung zwischen der Übertragung durch die Mücke und dem Eindringen in die Erythrozyten. Nach dem Tod Peter Mühlens im Juni 1943 übernimmt Ernst-Georg Nauck (1897-1967) das Amt des Direktors.

  • 05.06.1945

    Tod Bernhard Nochts in Wiesbaden.

  • Nachweis Immunisierung

    In zwölfjähriger Arbeit weist der Helminthologe Hans Vogel nach, dass Rhesusaffen mit dem Erreger der fernöstlichen Schistosomiasis, Schistosoma japonicum, immunisiert werden können.

  • Forschungsstandort

    Der Helminthologe Hans Vogel klärt den Vermehrungszyklus des Fuchsbandwurms (Echinococcus multilocularis) auf und kann ihn als eigenständige Art vom Hundebandwurm abgrenzen. E.G. Nauck, H. Vogel und H.-H. Schumacher unternehmen eine Erkundungsreise in den Sudan und nach Kamerun, um einen Standort für eine Forschungsstation zu finden.

  • Neuer Direktor

    Hans Vogel (1900-1980) wird nach der Emeritierung von Ernst Georg Nauck Direktor des Tropeninstituts.

  • Neue Außenstelle

    Im Januar kann die neue Außenstelle des Instituts in Liberia nach mehrjähriger Bau- und Planungszeit ihre Arbeit aufnehmen. In Hamburg wird der Wiederaufbau des Kliniktrakts abgeschlossen.

    Neuer Direktor

    Hans-Harald Schumacher wird neuer Direktor des Tropeninstituts.

  • Komissarische Leitung

    Nach Hans-Harald Schumacher übernimmt ein Direktorium die komissarische Leitung des Instituts.

  • Nachweis in der HIV-Forschung

    Paul Racz und Klara Tenner-Racz zeigen in Zusammenarbeit mit amerikanischen Kollegen, dass bei HIV-infizierten Personen, auch denen, die noch keinerlei Krankheitssymptome aufweisen, bereits eine markante Vermehrung des Virus in den Lymphknoten stattfindet.

  • Wissenschaftsrat

    Die 1986 veröffentlichte Begutachtung des Instituts durch den Wissenschaftsrat macht auf eine Reihe von Versäumnissen in der wissenschaftlichen Ausrichtung des Instituts aufmerksam.

  • Neuer Direktor

    Hans J. Müller-Eberhard (1927-1998) wird zum Direktor berufen, um die Empfehlungen des Wissenschaftsrates umzusetzen. Eingerichtet werden unter anderem immunologisch und molekularbiologisch arbeitende Gruppen.

  • Nachweis in der Amöbenforschung

    Egbert Tannich gelingt erstmals die Unterscheidung von pathogenen und apathogenen Formen von Entamoeba histolytica mit genetischen Methoden.

  • Umbenennung

    Das Institut wird in "Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin" umbenannt. Die Außenstelle in Liberia muß wegen des liberianischen Bürgerkriegs aufgegeben werden.

  • Neuer Direktor

    Bernhard Fleischer (*1950) wird Nachfolger von Hans J. Müller-Eberhard. Die 1996 veröffentlichte Begutachtung des Wissenschaftsrats bewertet Institut und Qualität der wissenschaftlichen Arbeit positiv.

  • Forschungsstation in Ghana

    Die Freie und Hansestadt Hamburg und die Republik Ghana vereinbaren in Form eines Staatsvertrages den Aufbau einer kooperativen Forschungsstation in Ghana mit Unterstützung der VolkswagenStiftung. Partner des Bernhard-Nocht-Instituts vor Ort ist die Universität von Kumasi. Die feierliche Eröffnung des "Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine" (KCCR) findet am 19. Februar 1998 in Ghana statt.

  • 100jähriges Bestehen

    Im Mai 2000 wird das "Reisemedizinische Zentrum" des Bernhard-Nocht-Instituts eröffnet. Anlässlich des 100jährigen Bestehens erscheint am 14. September das Sonderpostwertzeichen "100 Jahre Bernhard-Nocht-Institut". Bei einem Festakt im Hamburger Rathaus sprechen der Erste Bürgermeister Ortwin Runde und Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer.

  • Nationales Referenzzentrum für Tropische Infektionserreger

    Das Bernhard-Nocht-Insitutut für Tropenmedizin wird vom Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung zum Nationalen Referenzzentrum für Tropische Infektionserreger ernannt.

    Architektenwettbewern Neubau

    Im März fällt der offizielle Juryentscheid im Architektenwettbewerb für den Neubau des Tropeninstiuts: Aus 65 Bewerbern macht die Gruppe um das Kölner Architektenbüro Kister - Scheitauer - Gross das Rennen.

  • Erster kommerzieller SARS-Test

    Virologen der Forschungsgruppe um Prof. Schmitz gelingt in enger Zusammenarbeit mit der Universität Frankfurt und anderen der Nachweis eines neuartigen Coronavirus als Erreger der Frankfurter Fälle der Lungenkrankheit SARS. Das in der Abteilung für Virologie entwickelte Testprotokoll wurde vom BNI-Kooperationspartner artus GmbH wenige Wochen später als erster kommerziell erhältlicher SARS-Test weltweit auf den Markt eingeführt.

  • Grundsteinlegung Neubau

    Mit dem Abriss des alten Tierhauses im Februar fällt der Startschuss für den den Bau des neuen Erweiterungsgebäudes, dessen Grundstein im Juli unter Anwesenheit der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, dem Hamburger Bürgermeister Ole von Beust und Architektin Prof. Susanne Gross feierlich gelegt wird.

    Kooperationsvertrag mit Bundeswehr

    Bundeswehr und das Bernhard-Nocht-Institut unterzeichnen in Oktober den Vertrag über eine Zusammenarbeit in der ambulanten und klinischen Tropenmedizin.

    Bundesverdienstorden

    Im Dezember verleiht Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt den Pathologen Prof. Dr. Paul Racz und Dr. Klara Tenner-Racz für ihr wissenschaftliches Lebenswerk, sowie den Virologen Dr. Stephan Günther und Dr. Christian Drosten für die Identifizierung des SARS-Coronavirus den Bundesverdienstorden.

  • Bernhard-Nocht-Klinik & -Ambulanz

    Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) übernimmt die Klinische Abteilung des Bernhard-Nocht-Instituts. BNI und UKE unterzeichnen einen Vertrag zur klinisch-wissenschaftlichen Kooperation.

    Unbekanntes Parasitenstadium entdeck

    Dr. Volker Heussler gelingt die Aufklärung eines "blinden Flecks" im Lebenszyklus des Malaria-Erregers Plasmodium. Es handelt sich um die Erstbeschreibung so genannter "Merosomen", mit deren Hilfe die Erreger aus den Leberzellen in die Blutbahn gelangen. Der Ablauf dieses Übergangs, der den Wechsel von der Leber- zur Blutphase markiert, war zuvor nicht bekannt gewesen.

  • Jubiläum in Ghana

    Das Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine in Ghana (KCCR) feiert 10jähriges Jubiläum.

  • Das Institut wird Stiftung Öffentlichen Rechts

    Das Institut wird eine eigenständige juristische Einheit, eine Stiftung Öffentlichen Rechts. Gleichzeitig wurde die politische Verantwortung für das Institut von der Behörde für Gesundheit der Stadt Hamburg auf die Behörde für Wissenschaft und Forschung übertragen.

    Das BNI wird jetzt durch einen Vorstand geleitet, der für fünf Jahre vom Kuratorium ernannt wird und sich aus 2 oder 3 Wissenschaftler/innen sowie dem/der Kaufmännischen Geschäftsführer/in zusammen setzt:
    Die ersten Vorstandsmitglieder sind Prof. Dr. Bernhard Fleischer, Prof.