Institutionelle Kooperationen

Hier finden Sie eine Liste unserer institutionellen Kooperationen mit anderen Einrichtungen im In- und Ausland.

 

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Leibniz Center Infection (LCI)

Natürliche Partner des BNITM für eine intensive Zusammenarbeit in der Infektionsforschung sind die beiden weiteren infektionsbiologisch ausgerichteten Leibniz-Institute im Raum Hamburg, das Heinrich-Pette-Institut – Leibniz-Institut für experimentelle Virologie (HPI) – und das Forschungszentrum Borstel – Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften (FZB). BNITM, HPI und FZB ergänzen sich thematisch in hervorragender Weise in der Erforschung der weltweit bedeutenden Infektionskrankheiten HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria und haben sich zum Leibniz Center Infection (LCI) zusammengeschlossen. Ziel des Zusammenschlusses ist es, die in Deutschland einzigartige Ansammlung von Instituten zur Erforschung weltweit bedeutender Infektionen weiter auszubauen und insbesondere durch Stärkung dieses Themas im UKE, in der MIN-Fakultät und in verschiedenen weiteren Fakultäten der UHH noch stärker interdisziplinär zu bearbeiten. Koordiniert wird der Verbund durch ein Gremium der Leiter(innen) der Institute. Neben regelmäßigen Konsultationen im Leitungsgremium werden zweijährlich gemeinsame Klausuren sowie methodische Workshops veranstaltet. Alle drei Einrichtungen arbeiten auch im Rahmen des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) eng auf Projektebene zusammen. Darüber hinaus organisiert das LCI jedes Jahr im historischen Hörsaal des BNITM ein internationales Symposium, das einem aktuellen Thema der Infektionsforschung gewidmet ist, 2015 den "Emerging Infections" und 2016 den Impfungen. Das Thema für 2017 lautet "Evolution & Infection". Im Rahmen des LCI wird auch eine Institutsübergreifende Graduiertenschule (Leibniz Graduate School "Infections") geführt. Darin werden Promovierende gefördert, die ihre Arbeiten in Zusammenarbeit zwischen jeweils zwei Gruppen unterschiedlicher Institute durchführen und damit konkret die Kooperation stärken.

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Robert Koch-Institut

In einer Kooperationsvereinbarung wurden 2009 die Versorgungsleistungen abgestimmt – auf Seiten des Robert Koch-Instituts (RKI) für die einheimischen Erkrankungen, auf Seiten des BNITM für Infektionen in anderen Teilen der Welt. So bearbeiten Mitarbeiter(innen) des BNITM importierte oder außergewöhnliche Krankheitsfälle regelmäßig gemeinsam mit Kollegen(inn)en des RKI und publizieren besonders interessante Fälle. Beispiele waren ein Kryptosporidien-Ausbruch in Halle sowie importierte Dengue- und Zika-Fälle. Seit 2015 betraf die Kooperation insbesondere auch die Einarbeitung von Personal des RKI in die Arbeit in Hochsicherheitslaboratorien im BNITM. Ebenfalls seit 2015 arbeiten BNITM und RKI sowie die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Rahmen des Global Health-Programms des Bundesministeriums für Gesundheit eng in Projekten zur epidemiologischen Ausbildung, Organisation von mobilen diagnostischen Laboratorien sowie in einer Expertengruppe ("Schnell einsetzbare Expertengruppe bei Gesundheitsgefährdungen") zusammen, die bei Ausbrüchen zur Beratung umgehend betroffene Länder bereisen soll.

Logo Bundeswehrkrankenhaus Hamburg

Bundeswehrkrankenhaus Hamburg

Der Fachbereich Tropenmedizin des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg (FbTropMed) ist seit 2006 Kooperationspartner des BNITM und des Centre of Tropical Medicine (Bernhard-Nocht Institut für Tropenmedizin gemeinsam mit der I. Medizinischen Klink des Universitätsklinikums Eppendorf). Mehr als ein Dutzend Mitarbeiter(innen) des FbTropMed sind in der klinischen Versorgung stationärer und ambulanter Patient:innen sowie in gemeinsamen Forschungsprojekten tätig. So kann sich Fachpersonal des Sanitätsdienstes der Bundeswehr für weltweite Einsätze in Übung halten, aus- und weiterbilden und erforderliche Fachexpertise im Bereich Tropen- und Infektionsmedizin erwerben. Die Kooperation hat große Synergiewirkung, beispielsweise mehr als 100 gemeinsame Publikationen bisher oder die effektive Zusammenarbeit in der Bekämpfung der Ebola-Epidemie 2015.

Université d‘Antananarivo, Madagaskar

Das BNITM kooperiert seit 2009 mit der Universität von Antananarivo. Die Kooperation geht auf eine Initiative des Dekans der dortigen Medizinischen Fakultät, Prof. Raphael Rakotozandrindrainy, zurück, der im Sommer 2009 auf Einladung von Prof. Fleischer für fünf Wochen als Gastwissenschaftler am BNITM war. Seit der ersten Projektimplementierung im April 2010 wurden überwiegend epidemiologische Studien zu Malaria, Chikungunya- und Dengue-Fieber, Rickettsiosen, StaphylokokkenInfektionen sowie Schistosomiasis durchgeführt und die Implementierung einer multizentrischen Studie zu Sepsis bei Kindern in Madagascar initiiert und unterstützt. Neben wissenschaftlich motivierten Feldstudien waren der Aufbau einer Laborinfrastruktur sowie das Training madagassischer Wissenschaftler(innen) von besonderer Bedeutung.

Die Kooperationsvereinbarung für die nächste Phase (drei Jahre) wurde am 27. Februar 2019 durch den Präsidenten der Université d'Antananarivo Prof. Panja Ramanoelina und Prof. Jürgen May vom BNITM unterzeichnet.

Fundação Oswaldo Cruz (FIOCRUZ), Rio de Janeiro, Brasilien

Mit der brasilianischen Fundação Oswaldo Cruz (FIOCRUZ) verbindet das BNITM eine jahrzehntelange Zusammenarbeit. In den 1970er Jahren hat das BNITM im FIOCRUZ-Institut von Rio de Janeiro die Elektronenmikroskopie installiert und entsprechend Personal eingearbeitet. 2011 wurde der jüngste Kooperationsvertrag geschlossen, der kürzlich erneuert wurde. Aktuell konzentriert sich die Zusammenarbeit auf die Etablierung einer Surveillance von Stechmücken im Großraum Rio de Janeiro entsprechend dem CuliMo-Programm in Deutschland.

Fundação de Medicina Tropical Dr. Heitor Dourado Vieira (FMT-HDV), Manaus, Brasilien

Mit der langsam aber stetig abnehmenden weltweiten Prävalenz der Falciparum-Malaria rückt die Vivax-Malaria zunehmend in das Interesse der Wissenschaft. Da der Erreger Plasmodium vivax im Gegensatz zu P. falciparum nicht in vitro gezüchtet werden kann, ist für seine Erforschung eine enge Verbindung mit einem Forschungsinstitut in einem der Endemiegebiete unverzichtbar. Da P. vivax am Standort des KCCR wie in ganz Westafrika nicht vorkommt, wurde 2012 eine Kooperationsvereinbarung mit dem Tropeninstitut von Manaus geschlossen, das inmitten eines großen Endemiegebiets von P. vivax liegt. Nach einem anfänglichen Projekt zur genetischen Charakterisierung von klinischen P.-vivax-Isolaten wurde die Kooperationsvereinbarung allerdings zunächst nicht weiter mit Leben erfüllt. Sie bietet aber die Möglichkeit, jederzeit entsprechende Kooperationen wieder aufzunehmen.

Irrua Specialist Teaching Hospital (ISTH), Irrua, Nigeria

Vor dem jüngsten Ebola-Ausbruch konzentrierte sich die Arbeit der Abt. Virologie auf Untersuchungen des Lassa-Virus und des Lassa-Fiebers. Da das KCCR in Ghana außerhalb des Endemiegebiets für Lassa-Fieber liegt, baute die Abteilung eine intensive Zusammenarbeit mit dem Irrua Specialist Teaching Hospital (ISTH) in Irrua, Nigeria, auf, in dem zahlreiche Patienten mit Lassa-Fieber behandelt werden. Auf der Basis eines Kooperations-vertrages wurde 2008 ein Labor für die molekulare Lassa-Virusdiagnostik etabliert. Seitdem werden jedes Jahr mehr als 1.000 Patientenproben getestet, von denen ca. 10% positiv für Lassa- Virus sind. Für die Durchführung von Forschungsprojekten zu Pathogenese und Immunologie des Lassa-Fiebers wurde 2014 ein neuer Labortrakt errichtet und mit modernen Geräten ausgestattet. Mitarbeiter(innen) der Abteilung Virologie sind mindestens zweimal jährlich vor Ort, um neue Methoden einzuführen, Projekte durchzuführen und lokale Mitarbeiter(innen) zu trainieren. Die Aktivitäten in Nigeria werden durch das Auswärtige Amt, die DFG und die Europäische Unionunterstützt.

National Institute of Public Health und University of „Hasan Prishtina”, Kosovo

Kosovo gehört zu den europäischen Endemiegebieten des Krim-Kongo-Hämorrhagischen Fiebers (CCHF). Seit 2008 besteht eine enge Zusammenarbeit der Abteilung Virologie mit der Medizinischen Fakultät der Universität Pristhina und dem National Institute of Public Health (NIPH) zur Unterstützung diagnostischer Nachweismethoden von CCHFV. Die Zusammenarbeit wurde über die Förderung eines Projekts durch das Auswärtige Amt 2013 intensiviert und durch den Abschluss von Kooperationsvereinbarungen formalisiert. Unter Nutzung von Patientenproben aus dem Kosovo werden im BNITM molekulare und serologisch diagnostische Nachweisverfahren entwickelt. Die kosovarischen Partnerinstitutionen haben großes Interesse an der Nutzung der vom BNITM entwickelten Tests, da diese im Gegensatz zu kommerziellen Tests auch Antikörper tierischen Ursprungs anzeigen. Da CCHF nicht nur über Vektoren (Zecken), sondern auch durch Kontakt mit dem Blut infizierter Tiere (z.B. Kühe, Schafe, Ziegen) übertragen wird, besteht im Kosovo ein großes Interesse, durch den Einsatz der Tests auch das Infektionsrisiko beim Umgang mit Nutztieren und bei ihrer Schlachtung einzuschätzen.

Vietnamese Military Medical University (VMMU), Hanoi, Vietnam

Offenbar aufgrund des Engagements des BNITM während der jüngsten Ebola-Epidemie bot eine Delegation der Vietnamese Military Medical University (VMMU) aus Hanoi, Vietnam, während eines Besuchs 2015 eine Zusammenarbeit zur Diagnostik unklarer Meningoenzephalitiden und ggf. zur Suche nach neuartigen Infektionserregern an. Da das BNITM früher sehr gute Erfahrungen in einer Kooperation mit der Universität von Hue in Vietnam gemacht hatte, wurde das Angebot angenommen und eine erste Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Leibniz-Forschungsverbünde

Das BNITM hat sich zwei interdisziplinären Forschungsverbünden der Leibniz-Gemeinschaft angeschlossen. Seit 01.01.2013 ist das Institut Verbundpartner im Leibnizforschungsverbund (LFV) Wirkstoffe und Biotechnologie. Mit 17 beteiligten Leibniz-Instituten wird eine breit angelegte Forschung an und zu Molekülen mit biologischer Wirkung gebündelt. Die Mitgliedschaft ist insbesondere für die Forschungstätigkeit der AG Clos relevant. Das BNITM ist zudem Gründungsmitglied des Forschungsverbunds „INFECTIONS“, der im Dezember 2015 vertraglich vereinbart wurde. Ziel ist es, durch eine interdisziplinäre Forschung und Kommunikation neue Strategien und Methoden für Frühwarnsysteme, ein verbessertes Management von Ausbrüchen und eine optimierte Eindämmung der Erregerausbreitung zu entwickeln. Die übergeordnete Aufgabe des Verbunds ist es zudem, als Pilotprojekt eine erfolgreiche interdisziplinäre Kommunikations- und Kooperationsstruktur zu entwickeln. Dazu findet ein begleitendes, externes Erfolgsmonitoring statt, das über den Leibniz-Strategiefonds finanziert wird.