Haiti

Reisen & Impfung - Haiti

Thema: Reisen & Impfung

Haiti

Tropenklima; mittlere Temperaturen 24 bis 28° C

Impfvorschriften bei der Einreise

Bei Einreise bestehen keine Impfvorschriften.

Empfohlener Impfschutz

Standardimpfungen entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO). Dazu zählen die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, außerdem ggf. Impfungen gegen Hepatitis A, Grippe.

Abhängig von Dauer und Art der Reise sowie besonderen Bedingungen während des Aufenthalts (enger Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, Übernachtungsmodalitäten, Berufs- und Freizeitaktivitäten etc.) kommen möglicherweise weitere Impfungen in Frage. Hier sind das aktuelle Infektionsrisiko in Haiti, der Gesundheitszustand und besondere Vorerkrankungen des Reisenden sowie sein derzeitig bestehender Impfschutz von Bedeutung. Es ist zu empfehlen, individuell den Rat eines reisemedizinisch ausgewiesenen Arztes oder eines Tropeninstituts einzuholen. Eine reisemedizinische Beratung sollte spätestens vier Wochen vor der geplanten Reise erfolgen, damit sinnvolle/erforderliche Impfungen rechtzeitig durchgeführt werden können. Die Kostenübernahme ist individuell mit der jeweiligen Krankenkasse zu klären. Für Haiti sind die folgenden Impfungen zu erwägen:

  • Cholera
  • Typhus
  • Herpes zoster (> 50 Jahre)
  • Meningitis (5 Serotypen)
  • Hepatitis B bei längeren Aufenthalten oder engem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung
  • Tollwut bei Umgang mit Tieren

Eine Auflistung reisemedizinisch qualifizierter Ärzte finden Sie unter http://www.dtg.org/

Malaria

Risiko: Während des ganzen Jahres, besonders von Mai bis November in tiefer gelegenen Gebieten. Die Hauptstadt gilt als frei von Malaria, das Risiko in anderen Städten ist gering.

Die Mitnahme von Malariamedikamenten für eine Notfallbehandlung („Stand-by Therapie“; verschreibungspflichtig) wird empfohlen. Dies und die Anwendungsmodalitäten sollten jedoch unbedingt vorher mit einem reise- bzw. tropenmedizinisch ausgewiesenen Arzt besprochen werden.

Durch den konsequenten Gebrauch von insektenabwehrenden Substanzen (Repellentien) besonders abends und nachts wird das Risiko der Übertragung einer Malaria deutlich gesenkt.

Weitere sinnvolle Maßnahmen zur Vermeidung von Mückenstichen sind:

  • Abends und nachts Aufenthalt in mückengeschützten Räumen (Räume mit Klimaanlage, Mückengitter an Fenstern und Türen)
  • körperbedeckende Kleidung bei Aufenthalt im Freien, besonders abends und nachts.
  • Insektenbekämpfung im Wohn-/Schlafbereich durch Aerosole, Rauchspiralen u.ä.
  • Schlafen unter einem möglichst imprägnierten Moskitonetz

Ratschläge zur Reiseapotheke

Statten Sie ihre Reiseapotheke so aus, dass kleinere Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen selbst behandelt werden können. Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen müssen, sollten Sie in ausreichender Menge in Ihrem Handgepäck mitführen. Eine Bestätigung (am besten in Englischer Sprache) der Notwendigkeit der Einnahme dieser Medikamente kann notwendig sein. Die Zusammensetzung Ihrer Reiseapotheke sollte mit einem Arzt besprochen werden. Es empfehlen sich auf jeden Fall Mittel gegen Insektenstiche, Fieber und Schmerzen, Durchfall, Desinfektionsmittel, Pflaster und Verbandsmaterial, Sonnenschutzmittel. Weitere Medikamente (Antibiotikum, Malariamedikamente) können sinnvoll sein.

Aktuelle Meldungen

Aus Haiti wird berichtet, dass Zikavirus-Infektionen auftreten, das Risiko für Infektionen wird als hoch eingeschätzt.

Das Zika-Virus (ZIKV) wird durch Steckmücken auf den Menschen übertragen. Die Erkrankung geht mit Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, einer Entzündung der Augenbindehaut sowie seltener Muskel- bzw. Kopfschmerzen und Erbrechen einher. Der Hautausschlag hält im Mittel sechs Tage an, andere Symptome nehmen früher ab. Häufig verläuft die Infektion asymptomatisch oder nur mit milden Symptomen. Bislang sind nur vereinzelte Todesfälle dokumentiert, die überwiegend mit Vorerkrankungen vergesellschaftet waren.
 Das sehr seltene und als Komplikation von diversen Virusinfektionen bekannte, mit Lähmungen einhergehende Guillain-Barré-Syndrom ist bei ZIKV-Infektionen ebenfalls beschrieben worden. Bislang existiert weder eine zugelassene Impfung noch eine medikamentöse Prophylaxe. Es gibt es vermehrt Berichte aus verschiedenen Ländern, dass ZIKV-Infektionen während der Schwangerschaft mit Fällen einer sog. Mikrozephalie (relativ kleiner Kopfumfang bei Neugeboren häufig einhergehend mit geistiger Behinderung) vergesellschaftet sind.

Das Bernhard-Nocht-Institut empfiehlt (in Übereinstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit und mit dem Auswärtigen Amt) daher folgendes:

Für Schwangere oder Frauen die schwanger werden wollen: Von vermeidbaren Reisen in Zikavirus-Ausbruchsgebiete mit hohem Risiko ist abzuraten. Bei unvermeidbaren Reisen muss auf einen konsequenten ganztägigen Mückenschutz geachtet werden.

Für nicht schwangere Frauen gilt: Nach Verlassen des Landes sollte für 8 Wochen eine Kontrazeption erfolgen.

Für Männer gilt: Da eine sexuelle Übertragbarkeit der ZIKV-Infektion möglich ist, wird nach einer Exposition in den ZIKV-Ausbruchsgebieten bei Sexualverkehr mit Schwangeren Kondomgebrauch für die Dauer der Schwangerschaft empfohlen. Alle Männer sollten unabhängig davon, ob auf der Reise oder kurz danach Symptome einer möglichen ZIKV-Infektion (z.B. Fieber, Hautauschlag, Gelenkschmerzen) aufgetreten sind, nach Rückkehr aus den ZIKV-Ausbruchgebieten ihre Sexualpartner für die Dauer von mindestens 6 Monaten durch Kondomgebrauch schützen (die Viren können über Monate im Sperma nachweisbar sein). Das konkrete Reiseprofil (z.B. Geschäftsreisende, die sich nur kurz im Land und nur in klimatisierten Büros aufhalten) kann die Notwendigkeit der Umsetzung dieser Empfehlung relativieren.

 

 

 

 

Allgemeine Hinweise

Medizinische Versorgung: Es ist mit Einschränkungen bei der ärztlichen und medikamentösen Versorgung zu rechnen. Deshalb ist auf die Bestückung der Reiseapotheke und auf eine Auslandskrankenversicherung mit eventueller Rückholung in das Heimatland besonderer Wert zu legen.

Hinweise zur Sicherheit im Reiseland finden sich auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes www.auswaertiges-amt.de.

Ansprechpartner

Botschaft von Haiti
Uhlandstr. 14, 10623 Berlin
Tel.: +49 (0)30 88 55 51 34
Fax: +49 (0)30 88 62 42 79
E-Mail: amb.allemagne(at)diplomatie.ht
Web: -

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
2, Impasse Claudinette, Bois Moquette, Pétion-Ville, Port-au-Prince, Haiti
Tel.: 00509 - 29 49 02 02
E-Mail: info(at)port-au-prince.dipl