Von Mücken und Viren

Arbeit an einer Werkbank im Sicherheitsinsektarium des Instituts.
Arbeit an einer Werkbank im Sicherheitsinsektarium des Instituts.

Unlängst wurde die beängstigende Nachricht verbreitet, dass die Masse der Insekten in Deutschland um 75% zurückgegangen ist. Dennoch bleiben Insekten eine der gefährlichsten Quellen für die Übertragung von Infektionskrankheiten, insbesondere hierzulande, wo andere Übertragungswege durch aufwendigen Infektionsschutz unterbrochen wurden. Vor drei Jahren haben wir ein Sicherheitsinsektarium in Betrieb genommen. Abgeriegelt durch Schleuse und Luftdusche können wir u. a. Mücken mit Viren infizieren, ohne Gefahr zu laufen, dass die Tierchen wegfliegen und Ausbrüche verursachen. Die Investition hat sich gelohnt. Unsere Forscherinnen und Forscher konnten bereits drängende Fragen beantworten, die sich angesichts der jüngsten transkontinentalen Ausbreitung von Zika- und West-Nil-Viren hinsichtlich einer Einschleppung nach Deutschland stellen.

Verschleppte Gelenkentzündungen nach Ross-River-Fieber

Das in Australien und der Pazifikregion heimische Ross-River-Virus wird ebenfalls durch Stechmücken übertragen. Es verursacht grippeartige Symptome, häufig aber auch Entzündungen der großen Gelenke, die überraschend lange anhalten und über Jahre immer wiederkehren können.

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Einwanderung des Usutu-Virus

Wie bei anderen Lebewesen auch sammeln sich im Genom von Viren Mutationen an - nur bei Viren schneller, weil sie sich so rasant vermehren und so kurze Generationszeiten haben. Meist haben die Mutationen keine funktionelle Bedeutung. Man kann sie aber nutzen, um die Viren in Stammbäume zu ordnen: Verwandte Virus-Stämme tragen dieselben Mutationen, in späteren Generationen kommen weitere hinzu.

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West-Nil-Virus kann sich in der „Gemeinen Hausmücke“ vermehren

Anfang dieses Jahrhunderts breitete sich das West-Nil-Virus innerhalb weniger Jahre über ganz Nordamerika aus und hat dort seither geschätzt 100.000 Erkrankungen und 1.500 Todesfälle verursacht. Das Virus wird von Stechmücken übertragen, Vögel sind sein natürlicher Wirt, und man nimmt an, dass Zugvögel es über Länder und Kontinente verschleppen. Auch in Südosteuropa werden Ausbrüche registriert, in den letzten Jahren Einzelfälle auch in Österreich. Deutschland blieb bisher verschont.

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Kaum eine Chance für Zika-Viren

Das Zika-Virus löst weltweit Besorgnis aus, seit es sich 2015 epidemisch in Latein-amerika verbreitete und bei Schwangeren schwere fetale Fehlbildungen verursachte. In unserem Sicherheitsinsektarium haben wir einheimische Stechmückenarten (Culex spp.) sowie die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die sich allmählich von Süden her in Deutschland ausbreitet, auf ihre Fähigkeit untersucht, Zika-Viren zu über-tragen.

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