Forschung

Verwechslung von Bakteriämien mit schwerer Malaria

In Afrika ist es gängige Praxis, dass alle Kinder mit einer hochfieberhaften Erkrankung zuerst einmal gegen Malaria behandelt werden. Wenn es ihnen dann nach einigen Tagen nicht besser geht, muss man eine andere Ursache suchen, was in armen Ländern oft zu aufwendig ist.

Kleinkind mit schwerer Malaria in einem afrikanischen Krankenhaus der Maximalversorgung (Fotografie: Mika Väisänen).
Kleinkind mit schwerer Malaria in einem afrikanischen Krankenhaus der Maximalversorgung (Fotografie: Mika Väisänen).

In den letzten Jahren haben wir herausgefunden, dass viele der Kinder, bei denen eine schwere Malaria vermutet wird, Bakterien im Blut haben, also unter einer Sepsis leiden. Da die Kinder anfangs nur gegen Malaria behandelt werden und eine bakterielle Blutinfektion rasch fortschreitet, verlaufen diese Fälle zu etwa 50% tödlich. Da man Bakterien im Blut bisher nur mit aufwendigen und teuren Techniken und erfahrenem Personal diagnostizieren kann, suchen wir nach einfachen Mitteln, schwere Malaria von Sepsis zu unterscheiden. Im ländlichen Ghana haben wir gefunden, dass von 1.915 Kindern mit hohem Fieber und Malariaparasiten im Blut 46 (6%) Bakterien im Blut hatten, überwiegend Salmonellen und Streptokokken. Diese Untersuchungen ermöglichen es, in Zukunft Marker in Patienten zu finden, die helfen können, Kinder mit und ohne Bakterien zu unterscheiden.

 


Nielsen M.V. et al., PLoS One 2015, 10(4):e0122139;
Sothmann P. et al., PLoS One 2015, 10(9):e0139433;
Frickmann H. et al., PLoS One 2015, 10(8):e0135923

Denise Dekker, Lutz Ehlkes, Clemens Frank, Andreas Hahn, Anna Jaeger, Ralf Krumkamp, Maja Nielsen, Nimako Sarpong, Norbert Schwarz, Jürgen May und externe Kooperationspartner (s. Publikation)