Forschung

Tiermodell für Buschtyphus

Tsutsugamushi-Fieber (engl. Scrub Typhus [„Buschtyphus“]) ist in weiten Teilen Asiens und Ozeaniens verbreitet. Es wird von besonders kleinen Bakterien (Orientia tsutsugamushi) hervorgerufen, die durch den Biss einer Milbe übertragen werden.

Verlauf einer Infektion von Mäusen mit Orientia tsutsugamushi
Eine feingewebliche Untersuchung zeigt im
Verlauf einer Infektion von Mäusen mit Orientia tsutsugamushi starke Entzündungsreaktionen in der Lunge (bräunliche Färbung von Fresszellen [Makrophagen]). Links eine gesunde Lunge.

Hohes Fieber, Lymphknotenschwellungen, Kopfschmerzen und Hautausschlag sind die häufigsten Krankheitszeichen, gelegentlich können Gehirn und Herz betroffen sein, und in den vergangenen Jahren wurde häufiger über eine gefährliche Lungenbeteiligung berichtet. Eine Impfung gibt es nicht, aber eine rechtzeitige einfache Antibiotika-Behandlung wirkt gut. Wir haben Labormäuse durch einen Nadelstich infiziert und den Weg der Bakterien verfolgt, zunächst in die regionalen Lymphknoten und letztlich in die Organe, in Leber, Herz, Lunge und Gehirn. Die meisten Bakterien wurden in der Lunge gefunden, begleitet von schweren Entzündungszeichen. Wir hoffen, dass wir ein Tiermodell entwickelt haben, mit dem wir diese weit verbreitete, aber auch weitgehend vernachlässigte Erkrankung besser verstehen lernen.

 


Keller C.A. et al., PLoS Negl Trop Dis. 2014, 8:e3064

Christian Keller, Matthias Hauptmann, Julia Kolbaum, Mohammad Gharaibeh, Bernhard Fleischer und externe Kooperationspartner (s. Publikation)