Forschung

Zahlreiche Anlagerungsstellen für Malariaparasiten an der Wand kleiner Blutgefäße

Rote Blutkörperchen, die mit Malariaparasiten (Plasmodium falciparum) infiziert sind, lagern sich an die Wände unserer kleinen Blutgefäße an (sog. Adhärenz) und können so Durchblutungsstörungen und Organschäden verursachen. Vor allem im Gehirn ist das lebensbedrohlich.

Anlagerung von roten Blutkörperchen, die von Malariaparasiten befallen sind
Anlagerung von roten Blutkörperchen (rot), die von Malariaparasiten befallen sind (Zellkerne als kleine blaue Punkte) an tierische Zellen (Zellkerne als große blaue Ovale), die auf ihrer Oberfläche Eiweißmoleküle tragen, die an den Wänden kleiner Blutgefäße im Gehirn des Menschen vorkommen (kleine grüne Punkte).

Seit dieser Mechanismus vor dreißig Jahren entdeckt wurde, hat man fünfzehn verschiedene Moleküle identifiziert, die auf unseren Gefäßwänden als Anlagerungsstellen für die infizierten roten Blutkörperchen dienen können (sog. Adhärenz-Rezeptoren), darunter ein prominentes Molekül an den Gefäßwänden des Gehirns. Derzeit versucht man, die Hemmung der Anlagerung an diesen Rezeptor zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen die lebensbedrohliche Gehirnbeteiligung bei Malaria zu nutzen. Wir haben zehn weitere Oberflächenmoleküle untersucht, die an den Wänden kleiner Blutgefäße des Gehirns vorkommen. Mit einem Gemisch von Malariaparasiten, die wir aus dem Blut kranker ghanaischer Kinder gezüchtet hatten, haben wir so sieben weitere Anlagerungsmoleküle für infizierte rote Blutkörperchen im Gehirn nachgewiesen. Offenbar nutzen die Malariaparasiten alles, was sich ihnen zum Anlagern anbietet. Es wird nicht einfach werden, einen Impfstoff zu entwickeln, der die Anlagerung im Gehirn verhindert.

 


Esser C. et al., Cell Microbiol 2014, 16(5): 701-708

Claudia Esser, Anna Bachmann, Daniela Kuhn, Kathrin Schuldt, Birgit Förster, Meike Thiel, Jürgen May, Iris Bruchhaus, Rolf Horstmann und externe Kooperationspartner (s. Publikation)