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Prof. Dr. med. Egbert TannichTel.: +49 40 42818-477
E-Mail: tannich(at)bnitm.de

Nur im Menschen, nicht im Reagenzglas

Malariaparasiten transportieren eigene Proteine auf die Oberfläche der von ihnen befallenen roten Blutkörperchen und bewirken so deren Anheftung an die Wände kleiner Blutgefäße.

Lokalisierung der Proteinfamilien RIFIN, STEVOR und PfMC-2TM
Lokalisierung der Proteinfamilien RIFIN, STEVOR und PfMC-2TM während der Entwicklung des Malariaerregers im roten Blutkörperchen.

Hängen die befallenen roten Blutkörperchen fest, werden sie nicht mehr mit dem Blutstrom durch die Milz gepumpt und dort herausgefiltert – und
die Parasiten überleben. Allerdings verursacht die Anlagerung an Gefäßwände im Menschen lebensbedrohliche Organkomplikationen durch Störung der Mikrozirkulation.

Für unsere Untersuchungen haben wir Malariaparasiten mehrmals nacheinander frisch aus demselben Patienten isoliert. So konnten wir zeigen, dass die Parasiten solche Proteine, die an der Gefäßanlagerung beteiligt sind, zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten während ihrer Reifung in den roten Blutkörperchen herstellen. Zum einen werden sie an die Oberfläche der Blutkörperchen transportiert, zum anderen tauchen sie in Tochterparasiten, den Merozoiten, auf. Ihre Funktion ist offenbar vielfältig. Bei Malariaparasiten, die im Reagenzglas gezüchtet wurden, war das nicht zu finden. Für weitergehende Untersuchungen bleiben wir deshalb auf die Hilfe von Patienten und eine kleine Blutspende angewiesen.

Bachmann A. et al., Cell Microbiol 2011, 13:1397- 1409
Anna Bachmann, Ann-Kathrin Tilly, Susann Ofori, Egbert Tannich, Iris Bruchhaus und externe Kooperationspartner (s. Publikation)