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Entzündung zerstört rote Blutkörperchen

Im Grunde hat man nicht einmal eine Ahnung, wie es passiert, obwohl es sich vermutlich um die häufigste einzelne Todesursache von Kleinkindern handelt – die schwere Malaria-Anämie.

 

Kleinkind mit lebensbedrohlicher Malaria-Anämie im Komfo Anokye Teaching Hospital, Kumasi, Ghana.
Kleinkind mit lebensbedrohlicher Malaria-Anämie im Komfo Anokye Teaching Hospital, Kumasi, Ghana.

Sie ist die wichtigste Malariakomplikation in Gebieten mit intensiver Malariaübertragung, und man weiß schon lange, dass sie nicht allein durch den direkten Befall der roten Blutkörperchen mit Parasiten zu erklären ist. Die Krankheit entzieht sich weitgehend einer Untersuchung, denn wenn die Kinder hochanämisch zum Arzt kommen, ist es schon passiert, und ein Tiermodell gibt es – entgegen anderslautenden Behauptungen – nicht.
Unsere genetischen Untersuchungen haben nun gezeigt, dass ein Rezeptor auf Abwehrzellen, der Entzündungsfaktoren aus Serum bindet, bei Kindern mit schwerer Anämie eindeutig häufiger als bei Kindern mit anderen Malariakomplikationen vorkommt.
Irgendwie hat also die Entzündungsreaktion im Serum etwas mit dem akuten Verschwinden von roten Blutkörperchen zu tun – immerhin ein erster Anhaltspunkt. Offenbar funktioniert die Entzündungshemmung bei Malaria nicht immer.

Schuldt K. et al., J Med Genet 2010, 47:471-5
Kathrin Schuldt, Christian Timmann, Jennifer Evans, Jürgen May, Claudia Esser, Christa Ehmen, Wibke Loag, Rolf Horstmann und externe Kooperationspartner (s. Publikation)